BLLV fühlt sich von Emnid-Studie bestätigt / Präsident Klaus Wenzel fordert Politik auf, Bedürfnisse der Bevölkerung und der Eltern ernst zu nehmen
(München) - Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht sich in der aktuellen Befragung des Emnid Instituts deutlich bestätigt.
Die repräsentative Studie hatte die Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegeben. Es spricht für die Glaubwürdigkeit und Seriosität des Instituts, dass sich die Umfrage nicht nur mit der Systemfrage beschäftigt, sondern für fünf zentrale Bereiche Reformbedarf anmahnt, erklärte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Die Emnid-Studie fordert den Ausbau der Ganztagsschulen, eine bessere individuelle Förderung, einen professionellen Umgang mit Vielfalt, eine bedarfsgerechte Mittelverteilung und eine grundlegende Reform des gegliederten Schulsystems. Diese fünf Forderungen decken sich mit dem 2007 vom BLLV beschlossenen Leitantrag Bessere Bildung für alle.
Der BLLV kritisiert seit Langem, dass die Kinder zu früh auf verschiedene Schulen aufgeteilt werden, erklärte Wenzel. Wir verteilen Kinder in einem Alter, in dem ihre Entwicklung noch nicht einmal ansatzweise abgeschlossen ist. Zudem leben allein in Bayern rund 140.000 Kinder in Hartz IV-Familien. Sie haben kaum Chancen auf eine höhere Schulbildung. Wenzel forderte die Staatsregierung auf, die Bedürfnisse vieler Eltern, die sich für ihre Kinder mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit wünschen, nicht einfach zu ignorieren, sondern entsprechend darauf zu reagieren. Andernfalls bleibt Bayern in der internationalen Entwicklung zurück.
Wenn fast die Hälfte der Deutschen das Bildungssystem für ungerecht hält, wenn Dreiviertel der Bevölkerung und fast 86 Prozent der Eltern der Ansicht sind, dass Jugendlichen aus allen Schichten bzw. aus allen Kulturkreisen die gleichen Chancen eingeräumt werden müssen, dann muss dieses Ergebnis auch von der Schul- und Bildungspolitik in Bayern ernst genommen werden, betonte der BLLV-Präsident. Ich freue mich über den erklärten Reformwillen der Befragten und über ihren ausdrücklichen Wunsch nach einem integrativen Bildungssystem, einer Reform des gegliederten Schulsystems mit dem Ziel, Kinder möglichst lange gemeinsam zu unterrichten. Wenzel fühlt sich auch in dem Wunsch nach einer veränderten Mittelzuweisung bestätigt: Die Forderung nach einer veränderten Ressourcensteuerung ist absolut berechtigt. Nur mit einer kompensatorischen Mittelzuweisung können Schulen in benachteiligten Stadtvierteln besser ausgestattet werden.
Als erfreulich bezeichnete der BLLV-Präsident, dass die Integrationshilfe für Migrantenkinder ein Thema ist, das in der Gesellschaft positiv besetzt wird: 76 Prozent der Bevölkerung und 71 Prozent der Eltern sind gerne bereit, Kindern und Jugendlichen ausländischer Familien zu helfen.
Insgesamt lässt die Studie erkennen, dass Eltern nicht nur die Probleme an den Schulen kennen, sondern dass sie auch Lösungen sehen.
Verantwortungsvolle Politiker sollten sich über dieses hohe Maß an Engagement freuen und sich stark machen für eine rasche Umsetzung.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155
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