Pressemitteilung | Deutscher Bauernverband e.V. (DBV)
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BMELV und DBV für eine Stärkung der Veredlung / Gemeinsame Erklärung zur Zukunft des Schweinemarktes

(Berlin) - Die derzeit äußerst schwierige wirtschaftliche Situation der Ferkelerzeuger und Schweinemäster verlangt gezielte Maßnahmen zur Überwindung der Marktkrise. Hierzu gehören unter anderem eine Entlastung bei den Futterkosten und verbesserte Exportmöglichkeiten bei Schweinefleisch, um höhere Erzeugerpreise zu erreichen. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung zur Überwindung der derzeitigen Marktkrise und über die Zukunft des Schweinefleischmarktes und der Fleischwirtschaft des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) und Schlachtunternehmen hervor.

Bundesminister Horst Seehofer, DBV-Präsident Gerd Sonnleitner und DBV-Vizepräsident Franz-Josef Möllers hatten sich mit den drei großen deutschen Schlachtunternehmen Vion, Westfleisch und Tönnies nach einem Gespräch auf eine sieben Punkte umfassende Erklärung zum gemeinsamen Vorgehen verständigt.

Danach hat Bundesminister Horst Seehofer zugesagt, sich aktuell für eine Erhöhung der Exporterstattung für Schweinefleisch sowie eine zielgerichtete private Lagerhaltung einzusetzen, um möglichen Marktdruck durch anstehende Auslagerungen von Schweinefleisch zu vermeiden. Die Absatzchancen für die zunehmende Erzeugung von Schweinefleisch werden im Export gesehen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium will den eingeschlagenen Weg der Exportförderung weitergehen, so dass nach Russland und China auch noch Japan und Südkorea sowie in weiteren Absatzmärkten die Exportmöglichkeiten zu nutzen sind. Hierzu haben DBV und die Schlachtunternehmen ihre volle Unterstützung zugesagt. Auch wird sich Minister Seehofer für eine Praxis taugliche Lösung bei den offenen Fragen der Eiweißfutterversorgung einsetzen.

Die gemeinsame Erklärung im Wortlaut:

1. Bundesminister Seehofer hat sich am 23. Januar 2008 aufgrund der anhaltend schwierigen Lage auf dem Schweinemarkt mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes Sonnleitner und Möllers sowie Vertretern der drei größten Schlachtunternehmen getroffen und über Wege zur Überwindung der aktuellen Situation und die Perspektiven der deutschen Schweinehaltung und Fleischwirtschaft beraten.

2. Die saisonübliche schwierige Marktlage konnte in den ersten Wochen des neuen Jahres im Gegensatz zu den Vorjahren zwar ohne einen Preisrückgang überbrückt werden, doch sind die Preise für die Erzeuger weiterhin zu niedrig. Nachdem die Angebotsüberhänge schlachtreifer Mastschweine abgebaut sind, wird die weitere Entwicklung des Marktes von den Marktbeteiligten zuversichtlich gesehen.

3. Die Teilnehmer erklären als gemeinsames Ziel, den in den letzten Jahren erfolgreich eingeschlagenen Weg der Stärkung des Veredlungsstandortes Deutschland konsequent weitergehen zu wollen. Deutschland, über Jahrzehnte ein Nettoimporteur von Schweinefleisch, ist dank der geleisteten Arbeit der gesamten Erzeugungskette nunmehr Nettoexporteur. Dieser Erfolg basiert auf einer modernen und wettbewerbsfähigen deutschen Schweineerzeugung sowie einer international ausgerichteten Schlacht- und Verarbeitungsindustrie.

4. Die Gesprächsteilnehmer stimmen darin überein, dass der Absatz für die zunehmende Erzeugung im Export gefunden werden muss. Das BMELV wird den eingeschlagenen Weg der Exportförderung konsequent weitergehen. Nach den erzielten Erfolgen mit Russland und China werden sich die Aktivitäten zur Eröffnung weiterer Exportmöglichkeiten nun auf Japan und Südkorea konzentrieren, ohne dabei weitere interessante Absatzmärkte aus den Augen zu verlieren.

5. Zur Überbrückung der aktuell schwierigen Lage wird sich Bundesminister Seehofer persönlich für eine Erhöhung der Exporterstattungen für Schweinefleisch einsetzen, um bisher noch nicht genutzte Exportmöglichkeiten zu erschließen. Bundesminister Seehofer wird sich ebenfalls für eine zielgerichtete Gestaltung der Privaten Lagerhaltung für Schweinefleisch einsetzen, um möglichen Marktdruck durch die anstehende Auslagerung von Schweinefleisch zu vermeiden und damit den erwarteten Aufschwung nicht zu gefährden.

6. Die Vertreter der Schlachtindustrie und des Deutschen Bauernverbandes sagen volle Unterstützung bei der Erschließung von wichtigen Exportmärkten zu. Damit dieser Weg weiter beschritten werden kann, darf die Rohstoffbasis aus deutscher Produktion nicht aufgrund kurzzeitiger Marktstörungen gefährdet werden. Der Stärkung der Ferkelerzeugung kommt aufgrund ihrer strukturellen Schwäche eine besondere Bedeutung zu. Neben den Betroffenen selbst sind auch die Marktpartner und der Deutsche Bauernverband als Vertreter der Erzeuger bereit, zukunftsweisende Strategien zu entwickeln.

7. Zur Entlastung der Erzeuger und Verarbeiter wird Bundesminister Seehofer ebenfalls die offenen Fragen der Eiweißfutterversorgung angehen und sich für praxisgerechte Lösungen einsetzen.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft Pressestelle Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205

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