Pressemitteilung | Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

BMWK und BME prämieren GIZ und N-ERGIE beim "Tag der öffentlichen Auftraggeber Digital"

(Berlin/Eschborn) - Beim "Tag der √∂ffentlichen Auftraggeber" treffen sich j√§hrlich Fach- und F√ľhrungskr√§fte aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie √∂ffentlich-rechtlichen Unternehmen zum Erfahrungs- und Informationsaustausch. Im Fokus der diesj√§hrigen Online-Veranstaltung standen die Fragen, wie innovative √∂ffentliche Beschaffung zu den Zielen kommunaler Innovationspolitik beitr√§gt und wie die Zusammenarbeit mit innovativen Start-ups und KMU erfolgreich funktioniert.

Au√üerdem fand die Preisverleihung des "Innovation schafft Vorsprung"-Awards statt. Sieger in diesem Wettbewerb f√ľr √∂ffentliche Auftraggeber sind die Deutsche Gesellschaft f√ľr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die N-ERGIE Aktiengesellschaft. Mit dem Preis werden beispielhafte Leistungen bei der Beschaffung von Innovationen und der Gestaltung innovativer Beschaffungsprozesse ausgezeichnet. Der vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) initiierte Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums f√ľr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

BMWK und BME treten gemeinsam f√ľr mehr Innovationen im √∂ffentlichen Beschaffungswesen ein.

Dr. Franziska Brantner (Parlamentarische Staatssekret√§rin beim Bundesminister f√ľr Wirtschaft und Klimaschutz: "Die Nutzung der innovativen √∂ffentlichen Beschaffung zur Bef√∂rderung des Technologietransfers ist Bestandteil der BMWK-Innovationspolitik. Dabei liegt auf der Seite der Anbieter unser besonderes Augenmerk auf Startups und innovativen KMU. Es ist mir daher ein wichtiges Anliegen, f√ľr den BME-Preis ,Innovation schafft Vorsprung', der j√§hrlich die innovativsten Beschaffungsvorg√§nge auszeichnet, die Schirmherrschaft zu √ľbernehmen. Ich m√∂chte damit unterstreichen, dass auch die √∂ffentliche Hand als Vorreiter Innovationen den Weg in den Markt ebnen kann. Darauf wollen wir einen noch st√§rkeren Fokus legen. Den Preistr√§gerinnen und Preistr√§gern gratuliere ich ganz herzlich zu ihren hervorragenden Leistungen, die innovative Beschaffung weiter voranzubringen".

Dr. Helena Melnikov (Hauptgesch√§ftsf√ľhrerin BME e.V.): "Die Realisierung von Innovationen ist herausfordernd - auf lange Sicht stellt sie aber eine gro√üe Chance und einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung der Verwaltung dar. Sowohl das GIZ-Projekt zur Digitalisierung der Beschaffungsprozesse als auch die Smart-Parking-L√∂sung der N-ERGIE Aktiengesellschaft zeigen innovative Beschaffung auf hohem Niveau und haben Vorbildcharakter".

Preisträger GIZ:

Aus den weltweiten GIZ-Projekten m√ľssen j√§hrlich rund 20.000 Anforderungen zentral von der Abteilung "Einkauf & Vertr√§ge" bearbeitet werden. Gegenstand der Anforderungen sind rund zehn Prozent Einkauf von Sachg√ľtern sowie 90 Prozent Dienstleistungs- und Finanzierungsvertr√§ge. Das Vergabevolumen betr√§gt ca. 1,1 Mrd. Euro pro Jahr.

Die Digitalisierung der Beschaffungsprozesse umfasst die folgenden Punkte:

- Prozessanalyse und -anpassungen

- Ausschreibung und Implementierung einer elektronischen Vergabe-Management-Lösung

- Konzeption und Erstellung eines multilingualen webbasierten Self-Service-Portals zur einfachen assistenzgest√ľzten, weltweiten Erfassung von Anforderungen unter Beachtung der GIZ-Compliance-Aspekte ("Procurement Portal", PP).

- Weltweiter Roll-out nur mit "Erklärfilm" - trotzdem hohe Akzeptanz bei den Nutzern.

Die GIZ-Lösung stellt eine nahtlose Integration und Digitalisierung der Beschaffungskette von der Anforderung bis zur Vertragserstellung dar. Bereits in den ersten Monaten der Nutzung des Procurement Portals zeichneten sich signifikante Effizienzsteigerungen bei den Anfordernden und den Beschaffenden ab.

Alle Vergabeanforderungen f√ľr Dienstleistungs-Beschaffungen durch die GIZ-Zentrale laufen seit dem Start √ľber das Portal. Sie werden Algorithmus-gesteuert den Beschaffungsgruppen fair und sachgerecht zugeteilt. Dies f√ľhrt zu mehr Ordnung, Transparenz und Zufriedenheit bei den Beschaffenden. Vor allem die Bearbeitung (Antragstellung, Ausschreibung) wurde bedeutend schneller sowie vollst√§ndiger und fehlerfreier, da die Nutzer schrittweise durch den Prozess geleitet werden.

In der nächsten Phase ist die Integration des Zahlprozesses geplant.

Preisträger N-ERGIE

F√ľr die N-ERGIE als regionaler Energieversorger in N√ľrnberg wurde aufgrund der Verlagerung eines Standorts ein zus√§tzlicher Bedarf an PKW-Stellpl√§tzen f√ľr ca. 300 Mitarbeitende notwendig. Au√üerdem waren bisher genutzte Parkfl√§chen f√ľr eine zuk√ľnftige wohnwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Bei der Erstellung eines neuen Verkehrs- und Parkraumkonzeptes sollten die Anforderungen einer nachhaltigen Verkehrswende mit den Zielen der Energie- und Klimawende verkn√ľpft werden. So entstand das Konzept "Parkhaus der Zukunft".

W√§hrend die Mitarbeitenden der N-ERGIE tags√ľber ihr Fahrzeug parken, sollten die Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung ihr Auto abends im Parkhaus abstellen k√∂nnen. Ziel war auch, gen√ľgend Ladeinfrastruktur f√ľr Elektroautos zur Verf√ľgung zu stellen. Gemeinsam mit sieben weiteren Parkr√§umen in N√ľrnberg und F√ľrth will das Parkhaus der N‑ERGIE au√üerdem dazu beitragen, die Verkehrsbelastung in der Innenstadt zu reduzieren und die Luftqualit√§t zu verbessern: Das Parkraummanagementsystem hat eine direkte Verbindung zu den N√ľrnberger Luftmessstationen. Wird die Verkehrs- und Schadstoffbelastung im Zentrum zu hoch, werden die Nutzer informiert und in teilnehmenden Parkh√§usern im Au√üenbereich die Preise gesenkt, um einen Anreiz zu schaffen, au√üerhalb der Innenstadt zu parken.

Das Parkhaus verf√ľgt √ľber 338 Stellpl√§tze und 128 Ladepunkte f√ľr Elektroautos. Zudem stehen 20 Ladepunkte f√ľr E-Bikes und f√ľnf Ladepunkte f√ľr E-Scooter bereit. Die Parkbelegung wird mittels eingebauter Ultraschall-Parksensoren intelligent gesteuert: Die elektronische Anzeige am Eingang teilt den Nutzern automatisch einen Parkplatz zu. Dadurch wird R√ľckstau vermieden und die Last beim Laden der Elektroautos gleichm√§√üig auf die Stockwerke verteilt. Reserviert werden k√∂nnen die Parkpl√§tze √ľber die neu entwickelte App "AppStellen".

Durch auf dem Dach installierte Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 100 Kilowatt erzeugt das Parkhaus einen Teil der Energie, die unter anderem f√ľr das Laden der Elektrofahrzeuge ben√∂tigt wird. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazit√§t von 112 kWh sorgt f√ľr die optimale Nutzung der erzeugten Energie und tr√§gt zur Netzstabilit√§t bei.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) Pressestelle Frankfurter Str. 27, 65760 Eschborn Telefon: (06196) 5828-0, Fax: (06196) 5828-199

(mw)

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