Pressemitteilung | Ost- und Mitteleuropa Verein e.V.
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Breites Mittelstandsengagement in Russland - ein Widerspruch in sich?

(Hamburg) - Es ist eine Binsenweisheit, dass in Deutschland der Mittelstand eine tragende Säule von Wirtschaft und Gesellschaft ist. Letztlich profitieren politische und wirtschaftliche Stabilität davon. In den ost- und mitteleuropäischen Ländern hat er sich noch nicht in dem Umfang herausgebildet hat wie in Deutschland. Welche Chancen bieten sich angesichts dieses Gefälles in Russland, das doch bis heute auf die Großwirtschaft fixiert zu sein scheint? Ist der russische Markt nicht doch zu allgewaltig für unsere hoch spezialisierten auf schnelle Unternehmens- und Kaufentscheidung angewiesenen mittelständischen Firmen? Finden wir vor Ort überhaupt geeignete unternehmerische Strukturen vor? Ist ein investives Engagement, das in aller Regel langfristig und intensiv angelegt ist, angesichts der noch relativ geringen deutschen Direktinvestitionen - kaum mehr als 2 Mrd. Euro in fünfzehn Jahren - zu rechtfertigen? Sind die vorhandenen Förderinstrumente in Deutschland - hier vor allem Hermes, Investitionsgarantien und Messeförderung - ausreichend für den Mittelstand justiert? Gibt es die für Russland unerläßliche gute Beratung und Begleitung vor Ort? Werden für den Mittelstand geeignete Finanzierungsmöglichkeiten angeboten?

Diese Fragen werden häufig an uns gestellt, und nicht immer gelingt es, sie in befriedigender Weise zu beantworten. Deshalb hat sich der OMV seit einiger Zeit für ein verstärktes Engagement des Mittelstandes, aus dem sich die Mitgliedschaft ja zu über 80 v.H. zusammensetzt, engagiert. Die sehr positive wirtschaftliche Entwicklung und seit dem Jahr 2000 deutlich verbesserte Rahmenbedingungen haben die Chancen für ein erfolgreiches mittelständisches Engagement erhöht. Das machte auch unsere gerade durchgeführte Tragung zum Geschäftsaufbau für den Mittelstand in Russland deutlich, die - und auch das ist ein gutes Zeichen - auf große Resonanz traf.

Und noch eines wurde klar: die frühen Anfangsfehler der 90er Jahre, die vor allem viele Mittelständler trafen wie überhastetes Engagement, wenig geeignete Kooperationsformen wie Joint Ventures, Unterschätzung des Zeitfaktors und fehlende Kenntnis von Markt und Mentalität, dürfen nicht wiederholt werden. Im Gegensatz zu den 90er Jahren gibt es jetzt gute mittelstandsorientierte Beratungen und Dienstleistungen speziell für den Mittelstand, nutzbare Finanzierung und eine erleichterte Valutakontrolle stehen bereit. Erfreulich ist auch, dass moderne Finanzierungsinstrumente wie Mobilien- und Immobilienleasing in immer breiterer Form angeboten werden. In der so entscheidenden Markteintrittsphase ist es möglich, in verstärktem Maße auf Gemeinschaftsbüros mit dem unerlässlichen "Generaldirektor" und Hauptbuchhalter zurückzugreifen.

Als besonders für den Mittelstand geeignete Branchen gelten die Bauindustrie inkl. Bautechnik, der IT-Sektor, die Konsumgüterindustrie, der Maschinen- und Apparatebau, das Hotel-Office-Center- und Technopartmanagement, Planungs- und Ingenieurbüros. Die Tagung zeigte auch, dass Moskau zunehmend "ausgebucht" ist. Es empfiehlt sich sehr, in die Regionen zu gehen. Orientierungen können hier die Engagements der Großunternehmen vor allem im Automobilsektor vermitteln, die außerhalb der Metropolen erfolgen.

Klar ist, dass noch viele Probleme, sozusagen Altlasten, vorhanden sind. Das sind vor allem fehlende (aber verbesserte) Rechtssicherheit, Überbürokratisierung und Korruption. Trotz zunehmender Regulierung in einigen Bereichen der Großindustrie verläuft die Wirtschaftsentwicklung in Russland fulminant. Seit Jahren steigen Konsum und Investitionsraten zweistellig, wobei der von allen Seiten, auch von der russischen Regierung, gewünschte Diversifizierungsprozess der Wirtschaft anläuft. Dieses eröffnet zusätzliche Chancen, die der Mittelstand zu nutzen wissen sollte. So löst sich der Widerspruch immer mehr auf. Damit er noch schneller entschwindet, planen wir am 28. August d.J. eine Tagung in Köln zum Thema "Russlands junge Unternehmer". Diese soll neue Erfahrungswerte, Kenntnisse und Kontaktflächen schaffen.

Quelle und Kontaktadresse:
Ferdinandstr. 36, 20095 Hamburg Telefon: (040) 338945, Telefax: (040) 323578

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