BSI warnt vor drohender Kreditklemme / Europäische Regulierung und Bankenabgabe könnten Kreditvergabekriterien weiter verschlechtern
(Berlin) - "Eine Kreditklemme könnte den Aufschwung in der Immobilienwirtschaft schon im Keim ersticken", erklärte Walter Rasch, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, heute (13. April 2010) in Berlin. Problematisch schätzt die BSI neben der nationalen Bankenabgabe insbesondere die geplante europäische Harmonisierung der Bankenrichtlinie ein: "Diese Maßnahmen sind kontraproduktiv. Schlagartig steigende Eigenkapitalanforderungen gerade an die risikoarm agierenden Banken, die sichere Immobilienkredite ausreichen, führen dazu, dass künftig noch weniger Kreditvergabespielräume zur Verfügung stehen. Ein konjunktureller Aufschwung ist unter diesen Bedingungen nicht zu erreichen", warnte Rasch.
Die europäische Ebene könne die Situation weiter verschärfen. Dort werde derzeit eine Verdoppelung der Eigenkapitalanforderungen an Banken bei gewerblichen Hypothekarkrediten erwogen. Dies, so die BSI, wäre die Konsequenz der geplanten maximalen Harmonisierung, die keine nationalen Beurteilungsspielräume mehr zulasse. Konjunkturzyklen, Strukturen und Funktionsweise der nationalen Immobilienmärkte wiesen innerhalb der EU jedoch teilweise fundamentale Unterschiede auf. Der deutsche Immobilienmarkt verfüge über eine vergleichsweise sehr hohe Stabilität. Dazu würden u.a. besonders die auf Langfristigkeit ausgelegten Finanzierungsstrukturen beitragen. Daher müsse unbedingt ein nationaler Beurteilungsspielraum erhalten bleiben. Dies gelte aus deutscher Sicht umso mehr, als der gewerbliche Realkredit für die Finanzierung des Mittelstands eine herausragende Bedeutung habe.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte heute (13. April 2010) Ergebnisse einer aktuellen Blitzumfrage unter mittelständischen Unternehmen veröffentlicht und auf Faktoren der schlechteren Kreditverfügbarkeit für kleinere und mittlere Unternehmen im laufenden Jahr hingewiesen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW)
Miriam Herke, Pressesprecherin
Kurfürstendamm 57, 10707 Berlin
Telefon: (030) 32781-0, Telefax: (030) 32781-299
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