Bund der Selbständigen / DGV Bayern stellt die Ergebnisse einer aktuellen Mitgliederumfrage zu 100 Tage Merkel vor: Selbständige vergeben Schulnote 3,5
(München) - Die Stimmung unter Bayerns Mittelständlern hat sich seit dem Amtsantritt von Angela Merkel aufgehellt wenn auch nur leicht: Bei 36 Prozent der Unternehmer ist die Stimmung besser geworden (Industrie sogar 44 Prozent; Handel nur 30 Prozent), bei 15 Prozent schlechter. Die Hälfte der Selbständigen gibt allerdings an, dass die Stimmung gleich geblieben ist.
Verhaltener sieht es mit der tatsächlichen Lage der Unternehmen aus; hier halten sich besser und schlechter mit 16 und 20 Prozent nicht mehr ganz die Waage. 64 Prozent der Befragten sagen, dass sich die Lage ihres Unternehmens nicht geändert hat.
In punkto Arbeitsplätze haben nur 12 Prozent der Firmen seit Merkels Amtsantritt Mitarbeiter eingestellt, 7 Prozent haben Mitarbeiter entlassen. Bei 81 Prozent hat sich nichts geändert. 18 Prozent der Selbständigen haben seit Ende November investiert oder Investitionsentscheidungen getroffen, was sie nach eigener Aussagen bei einer anderen Regierung nicht gemacht hätten.
Insgesamt geben die Unternehmer der Bundeskanzlerin und ihrer neuen Regierung die Schulnote 3,5. "
Die Zahlen sind keine abschließende Bilanz, geben aber ein durchwachsenes Stimmungsbild wieder. Von Euphorie ist im Mittelstand keine Spur zu finden. Der Ärger über die Mehrwertsteuererhöhung, die Bürokratie bei den Sozialversicherungszahlungen und das verhaltene Reformtempo fordern ihren Tribut", erklärt der Verbandspräsident Professor Fritz Wickenhäuser zur Umfrage. Wickenhäuser weiter: Für den Mittelstand steht das Thema Bürokratieabbau ganz oben auf der Liste der Themen, die für Merkel Vorrang haben sollten. Darauf folgt die allerdings nur theoretische Forderung, die Mehrwertsteuererhöhung zurückzunehmen. Auf Platz 3 liegen Änderungen beim Kündigungsschutz und eine Reform der sozialen Sicherungssysteme. Ebenfalls nicht in Vergessenheit geraten darf die Reform der Erbschaftssteuer auf Betriebsvermögen im Falle der Übergabe.
Anmerkungen zur Umfrage: Die Umfrage wurde zwischen 17. und 24. Februar unter 355 kleinen und mittleren Unternehmen Bayerns durchgeführt. Die Unternehmen kommen aus allen Branchen und beschäftigen im Durchschnitt 18 Mitar-beiter. Die in der Regel inhabergeführten Unternehmen haben primär die Rechtsform von Personen- und Einzelunternehmen, rund ein Fünftel sind Kapitalgesellschaften.
Quelle und Kontaktadresse:
BDS-DGV Bund der Selbständigen - Deutscher Gewerbeverband, Landesverband Bayern e.V.
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