Pressemitteilung | Bund der Selbständigen (BdS) - Gewerbeverband Bayern e.V. - Hauptgeschäftsstelle
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Bund der Selbständigen / DGV Bayern stellt die Ergebnisse seiner Mitgliederumfrage zu den Chancen und Risiken des Mittelstands im Hinblick auf die demographische Entwicklung vor: Stärken der älteren Mitarbeiter nutzen

(München) - Die Deutschen werden weniger und älter, die Bedeutung älterer Menschen für die Unternehmen wächst. „Zukünftig werden die Unternehmen erfolgreich sein, die sich in ihrer Personalpolitik auf den demographischen Wandel einstellen. Ältere Mitarbeiter werden bereits heute von den mittelständischen Unternehmen mehr als Chance denn als Risiko gesehen. Die Stärken der über 55-Jährigen in unternehmerische Wachstumspotentiale umzusetzen, ist die zentrale Aufgabe der Zukunft“, fasst Verbandspräsident Professor Fritz Wickenhäuser die Ergebnisse der BDS/DGV-Mitgliederumfrage zusammen, an der sich 560 mittelständische Unternehmen beteiligt haben.

Die Umfrageergebnisse im Überblick:

Chancen und Risiken älterer Mitarbeiter
34 Prozent sehen ältere Mitarbeiter als Chance, nur 14 Prozent als Risiko. Für eine knappe Mehrheit (52 Prozent) spielt das Alter keine Rolle.

Ältere Mitarbeiter in den Unternehmen
46 Prozent der Unternehmen mit Personal beschäftigen derzeit über 55-Jährige. Dies entspricht einem Anteil von elf Prozent an der gesamten Belegschaft. In 54 Prozent der Unternehmen finden sich heute keine älteren Mitarbeiter, wobei deren Anteil bei steigender Unternehmensgröße kontinuierlich abnimmt. Erst ab einer Mitarbeiterzahl von über 50 steigt dieser wieder an.
Stärken und Schwächen
Die Unternehmen schätzen die Zuverlässigkeit (Schulnote 1,7), die Arbeitsmoral (1,8), das Wissen (1,9), den Qualitätsanspruch (2) und die Führungsqualität (2,2) ihrer älteren Mitarbeiter. Weniger zufrieden zeigen sie sich mit der Leistungsfähigkeit (3), der Belastbarkeit (3,2), dem Arbeitstempo (3,2), der Innovationsfähigkeit (3,3), den Kosten (3,4) und der Lernfähigkeit (3,6) der über 55-Jährigen. 2,4 und damit das Prädikat „gut“ ergeben diese Teilnoten in der Addition.

Einstellungs- und Kündigungsverhalten
Das Alter spielt sowohl bei der Einstellung als auch bei der Kündigung eine untergeordnete Rolle. Für 33 Prozent ist es ein Einstellungshindernis, sogar nur für 14 Prozent ein Kündigungskriterium. Mit Ausnahme der Tourismusbranche ist die Bedeutung des Alters bei der Kündigung stets geringer als bei der Einstellung.

Vorruhestand und Gehaltseinbußen
Sehr wenig halten die Unternehmen von Vorruhestandsregelungen und Gehaltseinbußen. Lediglich fünf Prozent begrüßen die Frühverrentung älterer Mitarbeiter, nur 17 Prozent halten Gehaltseinbußen für über 55-Jährige für gerechtfertigt.
Gesundheit und Fitness
Nachholbedarf haben die Unternehmen im Bereich der Fitness ihrer Mitarbeiter. Nur 20 Prozent tun bewusst etwas für die Fitness ihrer älteren Mitarbeiter, wobei sich besonders die jüngeren Chefs unter 35 Jahren engagieren (27 Prozent). Branchenspezifisch ist der Dienstleistungssektor besonders aktiv (27 Prozent), während das Handwerk mit 11 Prozent das Schlusslicht ist.

Marktchancen
Den demographischen Wandel als Chance für das Unternehmen sehen derzeit nur 30 Prozent. Der überwiegende Teil (70 Prozent) verbindet damit keine unternehmerischen Absatzpotentiale.

Wickenhäuser abschließend: „Der bayerische Mittelstand hat gegenüber seinen älteren Mitarbeitern eine positive Grundeinstellung. Dies zeigen unsere Umfrageergebnisse. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass in vielen Unternehmen noch Nachholbedarf besteht. Die Stärken der über 55-Jährigen zu nutzen und zu fördern und deren Schwächen durch gezielte Maßnahmen entgegen zu treten, ist Aufgabe einer zukunftsorientierten Unternehmenspolitik. Zudem wird das innerbetriebliche Zusammenspiel von Jung und Alt mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus müssen sich die Unternehmen auf die neuen Bedürfnisse ihre älter werdenden Kunden einstellen. Neue Produkte und mehr Service sind erforderlich.“

Zur Umfrage:
An der Umfrage haben sich 560 mittelständische Unternehmen aus allen Branchen der bayerischen Wirtschaft beteiligt. Die Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 17 Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Das Durchschnittsalter der Unternehmen beträgt 44 Jahre, das der Inhaber 49 Jahre.

Quelle und Kontaktadresse:
BDS-DGV Bund der Selbständigen - Deutscher Gewerbeverband, Landesverband Bayern e.V. Pressestelle Schwanthalerstr. 110, 80339 München Telefon: (089) 540560, Telefax: (089) 5026493

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