BUND und Brot für die Welt unterstützen Merkels Klimakurs
(Berlin) - Vor dem am Montag (24. September 2007) in New York stattfindenden UNO-Sondertreffen zum Klimaschutz haben das kirchliche Hilfswerk Brot für die Welt und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ihre Unterstützung für die internationale Klimapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht. Mit ihrem Vorstoß, weltweit gleiche Pro-Kopf-CO2-Emissionen zu erreichen, greife die Kanzlerin ein Konzept für mehr Umweltgerechtigkeit auf, dass Verbände wie der BUND und Brot für die Welt seit längerem vorschlagen. Die Bundeskanzlerin wird an dem Klimatreffen von 70 Staats- und Regierungschefs sowie mehr als 50 weiteren Regierungsvertretern aus aller Welt zum Thema Klimaschutz teilnehmen. Es dient der Vorbereitung der UNO-Klimaverhandlungen im Dezember auf Bali.
Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: Frau Merkel hat einen guten Vorschlag im Gepäck. Die Idee, die Klimagase weltweit gerecht zu verteilen, ist weitsichtig. Nur auf diese Weise lassen sich auch Schwellenländer wie China und Indien für den Klimaschutz gewinnen. Die Menschen in den Industriestaaten haben kein Recht darauf, pro Kopf mehr CO2 auszustoßen als Menschen in den Schwellen- oder Entwicklungsländern. Die Nagelprobe, ob die Kanzlerin es mit dem Klimaschutz ernst meine, sei aber auch ihre Position zur Durchsetzung eines Tempolimits auf Autobahnen in Deutschland.
Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe (DKH): Vor allem die Industriestaaten belasten die Erdatmosphäre seit mehr als hundert Jahren mit enormen Mengen von Treibhausgasen. Ihr Wohlstand basiert auf der Übernutzung der natürlichen Ressourcen und geht auf Kosten der Armen in den Ländern des Südens, denn diese Menschen leiden am heftigsten unter den Folgen des Klimawandels. Deshalb müssen die Industriestaaten zuerst ihre CO2-Emissionen entscheidend reduzieren. Und sie müssen die Entwicklungsländer bei der Einführung klimafreundlicher Technologien unterstützen, damit sich deren wirtschaftliche Lage verbessert und Armut reduziert werden kann, ohne das Klima zusätzlich zu belasten.
Die Pro-Kopf-CO2-Emissionen liegen in den USA bei 20 Tonnen pro Jahr, in Deutschland bei zehn, in China bei etwa drei und in Kenia bei einer Tonne. Bei internationalen Klimaverhandlungen lehnen die Schwellenländer es bislang ab, konkrete Verpflichtungen beim Klimaschutzziele zu übernehmen. Zur Begründung verweisen sie auf die hohen Emissionen der Industriestaaten.
Brot für die Welt und BUND fordern, dass etwa ab 2050 für alle Menschen der Welt gleiche Pro-Kopf-CO2-Emissionen von jährlich etwa eineinhalb Tonnen gelten sollen. Um auf dieses Ziel zuzusteuern, müsse Deutschland bis 2020 seinen CO2-Ausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Erforderlich sei dafür, dass Merkel auch im Inland ihre Anstrengungen für den Klimaschutz verstärke. Auf Klimakurs gebracht werden müssten vor allem Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Überfällig seien beispielsweise die Einführung einer Flugticketabgabe, einer Kerosinsteuer sowie von Verbrauchslimits für Kraftfahrzeuge.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40
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