Pressemitteilung | Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK)

Bundesarchitektenkammer kritisiert Verw√§sserung der f√ľr 2023 geplanten Versch√§rfung des GEG-Neubaustandards durch den Bundestag

(Berlin) - Der Deutsche Bundestag hat am 7.7.22 mehrere Gesetzesvorlagen des sogenannten Osterpakets zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur √Ąnderung des Bundesnaturschutzgesetzes verabschiedet. Teil dieses sehr umfangreichen Gesetzespakets war auch die √Ąnderung des Geb√§udeenergiegesetzes (GEG).
Bereits Ende April zeigte ein Entwurf der Bundesregierung auf, dass die Anhebung des gesetzlichen Mindeststandards f√ľr Neubauten auf den Effizienzhaus 55 Standard (EH55) vorgesehen war. Die nun vom Bundestag beschlossenen GEG-√Ąnderungen weichen jedoch in einem entscheidenden Punkt davon ab: Zwar soll die f√ľr 2023 geplante Versch√§rfung des Neubaustandards auf EH55 tats√§chlich kommen. Allerdings soll diese nun ausschlie√ülich √ľber eine Anhebung der Anforderungen an den Prim√§renergiebedarf vollzogen werden. Doch auf die notwendige Versch√§rfung der Anforderungen an den W√§rmeschutz wird hingegen verzichtet. So hat es der Bundestagsausschuss f√ľr Klimaschutz und Energie vorgeschlagen (Drucksache 20/2580) und gestern mit den Stimmen der Fraktionen SPD, B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen und FDP beschlossen.
Die Bundesarchitektenkammer (BAK) kritisiert die vom Bundestag am 7.7.2022 beschlossenen √Ąnderungen des Geb√§udeenergiegesetzes. Denn der urspr√ľnglich von der Bundesregierung angedachte und aus Sicht der BAK folgerichtige Schritt einer Anhebung des gesetzlichen Neubaustandards auf EH55 wird dadurch verw√§ssert, dass auf eine Versch√§rfung der Anforderungen an den W√§rmeschutz komplett verzichtet wurde.
Der Fokus auf den Prim√§renergiebedarf und die damit verbundene St√§rkung klimafreundlicher W√§rmetechnologien ist nur eine Seite der Medaille. Denn es gilt nicht nur die Klimakrise und die Abh√§ngigkeit von fossilen Energien zu l√∂sen, sondern auch die aktuelle Energiekrise zu bew√§ltigen. Es gilt, die B√ľrgerinnen und B√ľrger vor explodierenden Heizkosten zu sch√ľtzen. Um dieses Problem an der Wurzel zu packen, braucht es Geb√§ude, die eben nicht nur erneuerbar beheizt, sondern vor allem sparsam sind. Und daf√ľr wiederum braucht es zeitgem√§√üe W√§rmeschutzanforderungen bei Neubauten. Denn andernfalls zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner f√ľr die schlechten W√§rmestandards. Und schlie√ülich darf neben der sozialen Dimension nicht die √∂kologische vergessen werden. Denn auch erneuerbare Energien haben einen √∂kologischen Preis. Und dieser sollte durch sparsamen Einsatz m√∂glichst geringgehalten werden.
Die BAK hat sich nach Bekanntwerden des dem Bundestag vorgelegten GEG-Vorschlags umgehend mit einer kritischen Stellungnahme an die Fraktionen des Bundestags gewandt.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) Cathrin Urbanek, Leiterin Medien- und √Ėffentlichkeitsarbeit Askanischer Platz 4, 10963 Berlin Telefon: (030) 263944-0, Fax: (030) 263944-90

(ss)

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