Bundesregierung muss neue Kohlekraftwerke verhindern / Neubaupläne schaden dem Klimaschutz
(Berlin) - Wenige Tage vor dem Energiegipfel am Dienstag nächster Woche (3. Juli 2007) hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Moratorium für den Bau neuer Braun- und Steinkohlekraftwerke gefordert. Eine Analyse der Umweltorganisation habe ergeben, dass bei Realisierung der derzeitigen Vorhaben zum Bau neuer Kohlekraftwerke am Ende jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid mehr freigesetzt würden als heute. Die Neubauten würden nicht im selben Umfang zur Stilllegung alter Kraftwerke führen. Das Argument von Bundesregierung und Industrie, neue Kohlekraftwerke nützten dem Klimaschutz, sei damit obsolet geworden.
Gerhard Timm, Geschäftsführer des BUND: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zwar wie es schien diverse außenpolitische Klimagipfel erstürmt. Bei den Mühen der Ebene, im Inland klimaschädliche Kohlekraftwerke abzuwehren, muss sie sich jedoch erst noch beweisen. Mehr Braun- und Steinkohlestrom hat mit einer umweltfreundlichen Stromversorgung nichts zu tun. Klimaschutz ist nur mit einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz sowie dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der erneuerbaren Energien zu gewährleisten.
Die derzeit 27 in Planung befindlichen Kohlekraftwerke würden nach BUND-Berechnungen die jährlichen CO2-Emissionen in Deutschland um bis zu 160 Millionen Tonnen ansteigen lassen. Im Gegenzug sollen bislang lediglich Kraftwerkskapazitäten mit etwa 40 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vom Netz genommen werden. Dies ergebe sich aus den Planungen der vier großen Stromversorger RWE, Vattenfall, Eon und EnBW. Hinzu kämen Neubauvorhaben ausländischer Energieunternehmen sowie einiger Stadtwerke. Insgesamt kommt der BUND auf eine geplante neue Stromkapazität von bis zu 27270 Megawatt (MW) aus Kohlekraftwerken. Stillgelegt werden sollen derzeit lediglich 6917 MW. Dies führe unterm Strich zur deutlichen Verschlechterung der Klimabilanz.
Thorben Becker, BUND-Energieexperte: In seinem 8-Punkte-Plan zum Klimaschutz hat Umweltminister Sigmar Gabriel die Einsparung von 30 Millionen Tonnen CO2 durch die Modernisierung des Kraftwerksparks vorausgesetzt. Diese Zahl ist nicht länger haltbar. Wenn der Umweltminister den deutschen Kraftwerkspark nach ökologischen Kriterien erneuern will, muss er neue Kohlekraftwerke ablehnen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40
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