Buntenbach zum IAB-Bericht: Soziale Berufe ordentlich bezahlen
(Berlin) - Anlässlich der Veröffentlichung des IAB-Kurzberichts über offene Stellen am Arbeitsmarkt forderte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Montag in Berlin bessere Arbeitsbedingungen für soziale Berufe. Nur so könne man diese Branche attraktiver machen und geeignete Arbeitskräfte gewinnen.
"Während die Bremsspuren am Arbeitsmarkt im stark exportabhängigen Industriesektor zu einem Rückgang der offenen Stellen von bis zu 40 Prozent im Vorjahresvergleich geführt haben, ist die Entwicklung bei den sozialen Dienstleistungen genau gegenläufig", sagte Buntenbach vor dem Hintergrund der neuen IAB-Studie zum Fachkräftebedarf. Im IV. Quartal 2008 seien mit 103.500 vakanten Stellen 37 Prozent mehr zu besetzen gewesen als im Vorjahr. "Aus diesen Ergebnissen müssen jetzt die richtigen Schlüsse gezogen werden, denn gerade in der Krise können wir es uns nicht erlauben, Jobpotenziale bei den sozialen Berufen ungenutzt zu lassen", unterstrich Buntenbach.
Dafür brauche es deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen in diesen Berufsfeldern. "Die Betreuung und Erziehung von Kindern oder die Pflege von kranken und alten Menschen dürfen nicht wie Hilfsarbeiterjobs bezahlt werden, denn qualifizierte Arbeit gibt es nicht zum Dumpinglohn." Die aktuelle Tarifauseinandersetzung in den Kitas zeige zudem, dass die Bundesregierung mit dem zweiten Konjunkturprogramm bisher nur in die Renovierung von Gebäuden investiert hat. Notwendig seien darüber hinaus aber Investitionen in die Betreuung und Bildung unserer Kinder.
Der DGB fordert eine Qualifizierungsoffensive vor allem mit Blick auf die 1,5 Mio. jungen Erwachsenen unter 30 Jahren, die über keinen Berufsabschluss verfügen. "Ein Bundesprogramm '2. Chance' zum Nachholen von Berufsabschlüssen sowie ein 'Erwachsenen-Bafög' sind notwendige Ergänzungen zu der neu eingeführten Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachzuholen", sagte Buntenbach. "Der Aus- und Weiterbildung in sozialen Berufen kommt eine Schlüsselrolle zu sowohl im Hinblick auf den Arbeitsmarkt als auch auf die soziale Qualität unserer Gesellschaft."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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