Bush schlechter Ratgeber für deutsche Energiepolitik / Kanzlerin muss Ausbau der Atomkraft Absage erteilen
(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, US-Präsident George Bush eine klare Absage zur verstärkten Nutzung der Atomkraft zu erteilen. Merkel müsse Bush bei seinem derzeitigen Besuch in Heiligendamm deutlich machen, dass Deutschland an seinem Atomausstieg festhalten werde. Der US-Präsident hatte sich anlässlich des kommenden G-8-Gipfels in St. Petersburg für den weltweiten Ausbau der Atomkraft ausgesprochen und dies mit seiner Sorge um die Erderwärmung begründet. Der BUND warnte die Kanzlerin davor, Ratschläge für eine zukünftige Energiepolitik von einem Präsidenten anzunehmen, der dafür verantwortlich sei, dass die USA auch pro Kopf den höchsten Ausstoß klimaschädlicher CO2-Emissionen weltweit zu verzeichnen habe und der sich weigere, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen.
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: Merkel ist schlecht beraten, wenn sie auf die Forderungen des US-Präsidenten eingeht. Atomkraft ist und bleibt die gefährlichste Art, Strom zu erzeugen. Deutschland muss deswegen so schnell wie möglich auf sie verzichten. Alles andere ist unverantwortlich.
Bei den Gesprächen mit Bush in Mecklenburg-Vorpommern und auf dem G8-Gipfel müsse Merkel die USA dazu bewegen, aktiv am internationalen Klimaschutzregime teilzunehmen. Atomkraft könne keine Lösung für mehr Klimaschutz sein. AKW hätten einen schlechten Wirkungsgrad und begrenzte Uranvorkommen würden nur einen minimalen Anteil an der Weltenergieproduktion erlauben. Würden mit Milliarden-Aufwand neue AKW gebaut, betoniere dies falsche Energiestrukturen und verhindere dringend nötige Investitionen in Erneuerbare Energien und in eine effiziente Energienutzung. Zudem würde dadurch das ungelöste Problem der Endlagerung hochradioaktiven Mülls weiter verschärft. Gefährlich sei Bushs Anregung, verstärkt in Schwellenländern wie Indien oder China Atomkraftwerke zu bauen. Dies erhöhe die Gefahr der Weiterverbreitung von atomwaffenfähigem Material. Eine Trennung von ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft sei nicht möglich.
Timm: Es ergibt keinen Sinn, auf der einen Seite die militärische Nutzung der Atomenergie durch Staaten wie den Iran verhindern zu wollen und auf der anderen Seite dem weltweiten Ausbau der Atomkraft das Wort zu reden.
Scharfe Kritik übte der Umweltverband an Wirtschaftsminister Michael Glos, der entgegen der Festlegung im Koalitionsvertrag weiter auf die Atomkraft setzen wolle. Die vom Netz gehenden deutschen AKW könnten mühelos durch Erneuerbare Energien ersetzt werden. Unabdingbar für Investitionen in diese Zukunftstechnologien sei jedoch, dass dieses Ziel von allen Mitgliedern der Bundesregierung unterstützt werde.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Rüdiger Rosenthal, Pressesprecher
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40
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