BVMed zum neuen DiGA-Bericht: „Stärker die Versorgungspfade betrachten“
(Berlin) - Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) kritisiert den neuen Bericht des GKV-Spitzenverbandes zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) als „zu einseitig auf Kosten fokussiert“, ohne den Nutzen der DiGA in komplexen Versorgungspfaden zu betrachten. „DiGA bieten ein großes Potenzial für eine bessere Gesundheitsversorgung und können helfen, Kosten im Gesamtsystem zu vermeiden – etwa durch geringeren Einsatz von Heilmitteln, reduzierte Kontakte mit Ärzt:innen, geringere Folgekosten chronischer Erkrankungen oder vermiedene Arbeitsunfähigkeitszeiten. Das findet im DiGA-Bericht leider nicht statt“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.
Der BVMed fordert daher bei künftigen Berichten eine stärker versorgungspfadorientierte Betrachtung. „Eine Analyse entlang der Patient Journey könnte dazu beitragen, die medizinischen und ökonomischen Effekte digitaler Gesundheitsanwendungen im Zusammenspiel mit anderen Versorgungsleistungen besser zu verstehen und ihren tatsächlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung fundierter zu bewerten“, argumentiert Gladkov.
Methodisch stützt sich der Krankenkassen-Bericht überwiegend auf Routinedaten. Für eine umfassendere Bewertung wäre es sinnvoll, zusätzliche Perspektiven einzubeziehen, etwa patientenberichtete Ergebnisse und Erfahrungen („Patient-Reported Outcomes und Experiences“) sowie Einschätzungen der behandelnden Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen. „Eine differenzierte Bewertung der Versorgungssituation lässt sich langfristig am ehesten durch Mixed-Methods-Ansätze unter Einbeziehung verschiedener Datenquellen und Stakeholder-Perspektiven erreichen“, so der BVMed.
Seit Oktober 2020 können erste DiGA offiziell von Ärzt:innenverschrieben und von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Das Fazit von Natalie Gladkov: „Grundsätzlich stellt die Implementierung des DiGA-Fast-Track-Verfahrens alle Akteure vor umfassende Herausforderungen. Dennoch sind DiGA im Rahmen einer innovativen, ressourcenschonenden und zukunftsweisenden Gestaltung von Gesundheitsleistungen alternativlos.“
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed), Manfred Beeres, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Georgenstr. 25, 10117 Berlin, Telefon: 030 246255-0
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