bvse: Stoffliche Verwertung von Altkunststoffen stärken / Rehbock warnt vor sinnloser Verschwendung des hohen Nutzungspotentials von Kunststoffen
(Bonn) - "Die Gesamtsituation des Kunststoffrecyclings muss gestärkt werden", forderte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. Dabei müssten nach seiner Auffassung vier Schwerpunkte gesetzt werden:
- Die jeweilige Inputqualität ist entscheidend und damit
die Getrenntsammlung
- Die Qualität der Recyclate, der Endprodukte und der
EBS/SBS
- Die Nachfrage - Green Procurement
- Die Finanzierungs- und Abschreibungssituation
Rehbock verweist auf eine vom bvse im Vorfeld zum 12. Internationalen Altkunst-stofftag, der am 09./10. Juni 2009 in Bad Neuenahr stattfand, erhobene Umfrage zum Kunststoffrecycling.
So ergebe sich für das 1. Halbjahr 2009, dass die Sammelmengen um 15 Prozent, die Sortiermengen um 18 Prozent und die Mengen für das Recycling um 15 Prozent rückläufig gewesen seien.
Darüber hinaus ermittelte der bvse in seiner Halbjahresumfrage, dass der Anteil der Kunststoffe, die dem werkstofflichen Recycling zugeführt werden, von den befragten Unternehmen mit immerhin 82 Prozent angegeben wird. Das Sortieren der Kunststoffe erfolgt dabei sowohl nach Kunststofffraktionen (43 Prozent) als auch nach Kunststoffarten (40 Prozent). Zu 17 Prozent erfolgt ein Aussortieren nach Kunststoffen, um diese von anderen Materialien zu trennen.
Eric Rehbock: "Aus diesen Zahlen wird die Qualität in der Kette vom Sammeln über das Sortieren bis zum Aufbereiten und Verwerten deutlich. Dies bedeutet aber auch, dass gerade beim Kunststoffrecycling hinsichtlich Nachhaltigkeit, Energieeinsparung und Vermindern von klimaschädlichen Treibhausgasen eine Nutzungshierarchie besteht, die analog zu den Vorgaben der EU-AbfRRL zu sehen ist."
In der Praxis scheint momentan jedoch eine andere Schwerpunktsetzung vorzuherr-schen. So zeige eine aktuelle Consultic-Studie (11/08), die im zweijährigen Turnus im Auftrag der Kunststofferzeuger angefertigt wird, für die gesamten verwerteten Kunststoffe, dass bereits 52 Prozent energetisch genutzt werden - und dies mit steigender Tendenz, während nur noch 45 Prozent stofflich verwertet werden!
Dies widerspreche, so Eric Rehbock, in eklatanter Weise allen Vorgaben zur Nachhaltigkeit und sei eine sinnlose Verschwendung des hohen Nutzpotentials der Kunststoffe. Nur die werkstoffliche Kunststoffverwertung könne den vollständigen Erhalt der gesamten Kette von der Erdölexploration bis zum fertigen Kunststoffprodukt garantieren.
Quelle und Kontaktadresse:
bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Jörg Lacher, Leiter, Politik und Kommunikation
Hohe Str. 73, 53119 Bonn
Telefon: (0228) 988490, Telefax: (0228) 9884999
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