Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Chancen für Hochschulreife ungleich / BLLV-Präsident Albin Dannhäuser kritisiert, dass Bildungschancen von kulturellen, sozialen und regionalen Faktoren abhängig sind

(München) - Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) anerkennt die Bemühungen der Staatsregierung, die Abiturientenquote langfristig steigern zu wollen. Gleichwohl forderte BLLV-Präsident Albin Dannhäuser in diesem Zusammenhang, dass die Quote von derzeit 15 Prozent der Jugendlichen, die über den beruflichen Bildungsweg ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium aufnehmen, deutlich erhöht werden muss. Er kritisierte, dass deutlich weniger Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund das Gymnasium besuchen als deutsche. Auch für deutsche Kinder und Jugendliche aus sozial schlechter gestellten Familien ist es sechsmal schwieriger, das Abitur am Gymnasium abzulegen als für Kinder aus gut situierten Familien. Immer noch streut die Bildungsbeteiligung in den verschiedenen Regionen Bayerns erheblich.

Während von den deutschen Schülerinnen und Schülern im Schnitt 37 Prozent auf ein Gymnasium übertreten, finden sich dort lediglich 16 Prozent Schüler/innen mit Migrationshintergrund. Bei den klassischen Migranten aus den ehemaligen Anwerbeländern wie etwa der Türkei, sind es weniger als zehn Prozent. Ebenso bedenklich ist es, dass das Bildungsverhalten regional erheblich abweicht. So treten über die Hälfte aller Grundschüler aus Starnberg, Stadt und Landkreis München oder Erlangen Stadt ins Gymnasium über. Kinder aus Rottal, Straubing oder Schwandorf dagegen nicht: Ihr Anteil beträgt lediglich ein Viertel. Akademikerkinder haben im Schnitt eine sechsmal höhere Chance erfolgreich das Gymnasium zu absolvieren als andere. „Auch Armut ist eine Ursache für schlechtere Bildungschancen“, kritisierte Dannhäuser. „Von 100 Kindern, die bereits im Kindergarten arm waren, schaffen gerade vier den Sprung ins Gymnasium.“

Erneut forderte der BLLV-Präsident die Staatsregierung auf, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. „Bildungschancen müssen für alle Kinder gleich sein, unabhängig von ihrem sozialen, kulturellen und regionalen Hintergrund. Alle Kinder müssen optimal gefördert werden.“

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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