Claudia Höbartner erhält Albrecht-Kossel-Preis / Bedeutende Entdeckungen auf dem Gebiet katalytischer Nukleinsäuren
(Frankfurt am Main) - Am 17. März zeichnet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Professorin Dr. Claudia Höbartner, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, mit dem Albrecht-Kossel-Preis aus. Sie erhält den mit 7500 Euro dotierten Preis für ihre hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Biochemie. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Tagung „GDCh Biochemistry 2026“ der GDCh-Fachgruppe Biochemie, die vom 16. bis 18. März unter dem Motto „From chemical structures to biological functions“ in Würzburg stattfindet.
Claudia Höbartner erhält den Albrecht-Kossel-Preis für zwei bedeutende Entdeckungen im Bereich katalytischer Nukleinsäuren (DNA und RNA mit Enzymfunktion). Ihr gelang die erste Strukturaufklärung eines DNAzyms – ein Durchbruch, der grundlegende Erkenntnisse zur Katalyse liefert und diverse Anwendungen ermöglicht. Zudem entdeckte sie ein Ribozym mit Methyltransferase-Aktivität (die Fähigkeit, Methylgruppen zu übertragen). Diese Eigenschaft ist für die Erforschung des Ursprungs des Lebens bedeutsam und bietet Ausblicke auf Anwendungen in der synthetischen Biologie. Beide Arbeiten erschienen in der Zeitschrift Nature und geben dem Forschungsfeld weite Relevanz.
Claudia Höbartner studierte bis 2001 Technische Chemie an der Technischen Universität Wien, AT, und wurde 2004 an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, AT, in Chemie promoviert. Nach Postdoc-Aufenthalten an der University of Illinois at Urbana-Champaign, US, und in Innsbruck war sie ab 2008 Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen. 2014 wurde sie Professorin am Institut für Organische und Biomolekulare Chemie an der Georg-August-Universität Göttingen. Seit 2017 ist sie Professorin für Organische Chemie (W3) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 2022 wurde sie in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt, 2023 erhielt sie den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis und den Bayerischen Verdienstorden. Höbartner ist langjähriges GDCh-Mitglied und gehört seit 2023 dem Vorstand der GDCh-Fachgruppe Biochemie an.
Über den Preis:
Der mit 7500 Euro dotierte Albrecht-Kossel-Preis wurde 2012 eingerichtet und 2014 erstmals verliehen. Der Namensgeber des Preises, Ludwig Karl Martin Leonhard Albrecht Kossel (1853–1927), war ein deutscher Biochemiker, Mediziner und Physiologe. Er wurde 1910 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Forschung am Zellkern sowie die Isolierung der Nukleinsäuren und Bestimmung deren Konstitutionen ausgezeichnet.
Quelle und Kontaktadresse:
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh), Maren Mielck, Assistent(in) Öffentlichkeitsarbeit, Varrentrappstr. 40-42, 60486 Frankfurt am Main, Telefon: 069 7917-0
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