Das Bad seniorengerecht planen
(Berlin) - Die Altersgruppe 60plus ist in der Regel alles andere als gebrechlich, sondern aktiv und lebensbejahend. Wellness daheim ist dabei angesagt. Das in die Jahre gekommene Bad genießergerecht und dennoch zukunftsorientiert zu sanieren, bringt Lebensqualität. Bei guter Planung können viele Wünsche verwirklicht werden.
Man wird nicht jünger! Wer klug ist, baut vor!
Wer eine Wohnung oder ein eigenes Haus hat und es sich leisten kann, wird sein in die Jahre gekommenes Bad noch einmal sanieren wollen. Die aktiven Senioren sind sich darüber im Klaren, dass es mit der Zeit und dem zunehmenden Alter zu Einschränkungen kommen wird. Das wollen sie bei der Planung berücksichtigt haben. Die individuellen Bedürfnisse sind stets die Grundlage einer guten Planung. Im Laufe des Lebens hat jeder Vorlieben und Gewohnheiten entwickelt, auf die er im Alter nicht verzichten möchte, wenn er nicht dazu gezwungen ist. Wer zum Beispiel den Genuss eines warmen Wannenbades liebt, wird sich nicht mit einem reinen barrierefreien Duschbad anfreunden können. Welche Hilfsmittel müssen bereits eingebaut oder zumindest so geplant werden, dass sie ohne weiteres nachgerüstet werden können? Bei guter Planung kann auf viele Eventualitäten reagiert werden.
Worauf kommt es an?
Sowohl auf das Gesamtkonzept als auch die Details.
Verminderte Beweglichkeit macht früher oder später fast jedem zu schaffen. Hier helfen Haltegriffe an der Badewanne, der Dusche, am WC. Diese können als Klappgriffe ausgebildet werden, so dass sie nicht stören, wenn sie nicht gebraucht werden.
Wichtig ist, sie stabil und fest zu montieren. Bei Trockenbauwänden oder Vorwand-installationen ist in der Unterkonstruktion unbedingt eine tragfähige Befestigungs-möglichkeit vorzusehen.
Sitzmöglichkeiten im Bad erleichtern die Körperpflege, wenn das Stehen anstrengend wird. Das mindeste ist der Platz für einen Hocker. Das Waschbecken sollte frei hängen und nicht mit einem Unterschrank verbaut werden, damit man sich mit einem Stuhl davor setzen kann. Sehr schön ist eine gemauerte und geflieste Sitzbank. Das ist möglich bei einer stufenlosen Dusche, die entweder über einen Gully im Boden entwässert wird, oder eine flache, auf Bodenniveau eingelassene Duschtasse hat.
Machen Sie sich das Leben einfacher!
Die Badwanne kann tiefer oder auf ein Podest gesetzt werden, sodass ein Einsteigen erleichtert wird. Für eine Rutschhemmung in der Wanne ist zu sorgen und der Haltegriff ist unentbehrlich. Es gibt Badewannen mit Türen als Einstiegshilfe. Auch ein schwenkbarer Sitz zum Übersetzen in die Wanne ist eine Möglichkeit. Es muss also niemand auf das angenehme Wannenbad verzichten. Der zunehmenden Unsicherheit beim Gehen ist mit rutschhemmenden Bodenfliesen, Badewannen- und Duschwannen-Oberflächen Rechnung zu tragen.
Der Einbau einer Fußbodenheizung bringt viele Vorteile mit sich. Der Boden ist warm und macht eine Badematte, die wegrutschen kann, unnötig. Spritzwasser verdunstet schneller. Bei Sanierungen ist das Nachrüsten einer Fußbodenheizung schwierig, aber oft findet sich auch hier eine Lösung. Für kleine Flächen kann eine elektrische Bodentemperierung vorgesehen werden, die jedoch als komplette Heizung wegen der hohen Stromkosten nicht zu empfehlen ist.
Ein Phänomen des Alterns ist das Nachlassen der Sehkraft. Optimal ist ein Bad mit Tageslicht. Ein Fenster sollte aber gut zugänglich sein und nicht über der Badewanne liegen. Sofern es kein Tageslicht gibt, ist eine gute künstliche Beleuchtung vorzusehen. Leuchtstoffröhren, die erst mit Verzögerung anspringen sind als primäre Raumbeleuchtung nicht geeignet. Zusätzlich ist für eine gute Ausleuchtung des Spiegels zu sorgen. Der Spiegel selbst sollte ausreichend groß sein und so tief hängen, dass man sich auch im Sitzen noch betrachten kann. Nicht nur für die tägliche Schönheitspflege ist er unverzichtbar, er ist auch ein wichtig, um Haut und den Körper auf Veränderungen hin zu betrachten.
Fehler vermeiden: Türen nach außen, Duschvorhang statt Ganzglas-Abtrennungen!
Die Tür zum Bad muss ausreichend breit sein - mindestens 80 cm lichtes Durchgangsmaß sind empfehlenswert - und sollte nach außen öffnen. Für den Fall, dass jemand im Bad stürzt und nicht mehr aufstehen kann, lässt sie sich in jedem Fall öffnen.
Platz sparend und praktisch ist der Einbau einer Schiebetüre.
Ganzglas-Duschabtrennungen sind zwar optisch attraktiv, aber nicht unbedingt funktional. Mit einem Vorhang erreicht man eine weit größere Öffnung, eine Hilfsperson kann leichter arbeiten. Das Thema Unterstützung bei der Körperpflege sollte nicht unterschätzt werden. Zudem sind Glastüren und Wände nur schön, wenn sie nicht mit verkalkten Wasserspritzern übersät sind. Das erfordert im Grunde nach jedem Gebrauch die Reinigung auch ein Problem im Alter!
BSB-Tipp von Bauherrenberaterin Dipl.-Ing. Architektin Renate Schulz, München:
Alles, was bei einer Sanierung oder auch einem Neubau gleich eingeplant und fachgerecht ausgeführt wird, macht teure Nachrüstungen überflüssig. Das seniorengerechte Bad ist dann gelungen, wenn es funktionale und ästhetische Anforderungen so erfüllt, dass sich die Nutzer darin auch mit wachsendem Alter und eventuellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen wohl fühlen. Deshalb sollten für Planung und Ausführung auf jeden Fall ausgewiesene Experten zu Rate gezogen werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Bauherren-Schutzbund e.V.
Pressestelle
Kleine Alexanderstr. 9/10, 10178 Berlin
Telefon: (030) 3128001, Telefax: (030) 31507211
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