dbb fordert öffentliche Arbeitgeber auf: Krise für Neueinstellungen nutzen
(Berlin) - Der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen hat die öffentlichen Arbeitgeber aufgefordert, die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise für Neueinstellungen im öffentlichen Dienst zu nutzen. Der Stellenabbau der vergangenen Jahre - seit der deutschen Wiedervereinigung wurde die Zahl der Stellen um jährlich etwa 1,5 Prozent reduziert - habe dazu geführt, dass die Personaldecke "zu dünn" sei, sagte Heesen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 26. Mai 2009). Diese Auffassung teile inzwischen selbst der Finanzminister. Hinzu komme, dass in den kommenden Jahren größere Jahrgänge in den Ruhestand gehen und dies zusammen trifft mit dem demographisch begründeten Rückgang von Berufseinsteigern.
Er werbe nicht für ein "Konjunkturprogramm Personal", das erfahrungsgemäß keine Chance auf politische Zustimmung habe, machte der dbb Chef klar. Vielmehr müsse nach Segmenten argumentiert und auf die jeweiligen Arbeitgeber eingewirkt werden. So fehlten allein bei der Steuerverwaltung etwa 10.000 Mitarbeiter, 20.000 Lehrer in allen Schulformen würden benötigt, etwa 10.000 Polizisten, aber auch 1.200 bis 1.500 Lebensmittelkontrolleure und 5.000 Ingenieure, die beispielsweise bei der Bundeswehr gesucht würden. Heesen schlug vor, die Arbeitgeber sollten deshalb von dem Grundsatz ausgehen: "Wir wollen jetzt mehr einstellen, als wir nach dem gegenwärtigen Stellenschlüssel unbedingt bräuchten, weil wir damit auf die kommenden Jahre mit den großen Pensionierungsjahrgängen vorgreifen möchten und der Arbeitsmarkt heute mehr Chancen für die Nachwuchsgewinnung bietet als dies 2014, 2015 der Fall sein wird."
Der Staat müsse, das habe die Krise gezeigt, "in bestimmten schlechten Zeiten Dinge tun, die er in guten Zeiten nicht tun darf", zeigte sich Heesen überzeugt. Dazu gehöre auch die Aufnahme von Schulden, die nötig wäre, um mehr Personal einzustellen.
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