Dem Wertegipfel droht ein Fehlstart / GEW kritisiert exklusive Einladung der Kirchen zum Bündnis für Erziehung
(Frankfurt am Main) Es ist schon in höchstem Maße irritierend, dass Ursula von der Leyen zum Auftakt des Bündnisses für Erziehung ausschließlich die christlichen Kirchen einlädt. Die Bundesministerin für Jugend und Familie will anscheinend in einem exklusiven Kreis mit den christlichen Kirchen festlegen, was wertvolle Erziehung ist, sagte Norbert Hocke, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf den morgigen Start des Bündnisses für Erziehung in Berlin. Es sei zwar begrüßenswert, dass Ministerin von der Leyen (CDU) die Wertevermittlung zum Thema mache. Gerade bei diesem sensiblen Thema müsse es aber einen gemeinsamen Dialog aller gesellschaftlichen Akteure geben.
Ansonsten, betonte Hocke, droht dem Wertegipfel ein Fehlstart.
Lessings Nathan der Weise sollte nicht nur in der Schule Pflichtlektüre sein, sondern auch für Ministerinnen, die sich mit Wertefragen beschäftigen, erklärte Hocke. Schon darin sei deutlich geworden, dass eine Gesellschaft nur dann zu einem respektvollen und toleranten Umgang findet, wenn sie die Vielfalt der Religionen und Werthaltung nicht nur berücksichtigt, sondern gleichwertig einbezieht.
Die Verschärfung von Auslese, Elitedenken und Leistungsdruck im Bildungswesen verhindere Gemeinsamkeit und Zusammenhalt. Wem es mit Werteerziehung Ernst ist, so Hocke, muss vor allem diejenigen einbeziehen, die deren Vermittlung zu verantworten haben: Eltern, Erzieher und Lehrer. Die GEW fordert die Politik auf, die Vermittlung von Werten nicht nur als Aufgabe an andere zu delegieren, sondern selbst zu überprüfen, mit welchen Maßnahmen sie zu Toleranz und Respekt beitragen kann.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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