Demnächst Beipackzettel für Lebensmittel? / EU-Lebensmittelinformationsverordnung benachteiligt den Mittelstand
(Bonn) - Die neue europäische Lebensmittelinformationsverordnung wurde heute (28. August 2008) erstmalig in einer Expertenanhörung im Europaparlament beraten. Das begrüßenswerte Ziel war es ursprünglich, die Kennzeichnung von Lebensmitteln zu vereinheitlichen und leichter verständlich zu machen. "Leider hat der europäische Gesetzgeber dieses Ziel verfehlt", wie Dr. Dietmar Kendziur, Vorsitzender des BDSI, feststellt.
Künftig soll auf Verpackungen noch mehr draufstehen und teilweise sogar mit unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen EU-Ländern. "Diese Verordnung ist, wenn sie so kommt wie geplant, absolut mittelstandsfeindlich. Der Export dürfte sich künftig gerade für kleinere und mittlere Unternehmen oft nicht mehr rechnen, wenn für jedes Land andere Verpackungsmaterialien gedruckt werden müssen." Die Verordnung ermöglicht den Mitgliedstaaten national unterschiedliche Darstellungen der Nährwertangaben, was faktisch den freien Warenverkehr im Binnenmarkt verhindert. Mehrsprachige Verpackungen sind heute im Export aus Kostengründen üblich.
Auch passen die vielen Informationen mit der geforderten Mindestschriftgröße von 3 mm vielfach überhaupt nicht mehr auf die oft kleinstückigen Süßwarenprodukte. "Wir brauchen wohl einen Beipackzettel, wenn diese Verordnung so kommt", konstatiert der BDSI-Vorsitzende.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI)
Dr. Torben Erbrath, Pressesprecher
Schumannstr. 4-6, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 260070, Telefax: (0228) 2600789
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