Demografischer Wandel aktuell
(Stuttgart) - In den 120.000 Handwerksunternehmen in Baden-Württemberg sind durchschnittlich rund ein Viertel der mehr als 770.000 Mitarbeiter älter als 50 Jahre. Das Handwerk treffe damit der demografische Wandel nicht ganz so unvorbereitet wie manche andere Branche, betonte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle heute (18.01.) auf einem Kongress des Wirtschaftsministeriums im Stuttgarter Haus der Wirtschaft. Mit neuen Märkten eröffneten sich dem Handwerk auch neue Chancen.
Während mehr als die Hälfte der Unternehmen der Gesamtwirtschaft keine Mitarbeiter mehr beschäftigten, die älter als 50 Jahre sind, bauten Handwerksbetriebe überdurchschnittlich auf die Kompetenz der älteren Kollegen, sagte Möhrle auf dem Kongress Jugendwahn in der Gesellschaft? Neue Chancen für Ältere. Gerade die älteren Mitarbeiter seien hoch geschätzte Kollegen. Geringer sei der Anteil nur bei den Kleinstbetrieben mit bis zu vier Beschäftigten.
Das Handwerk stehe unter Druck, erklärte Möhrle weiter. Die Binnennachfrage stagniere, die hohen Arbeitskosten träfen das Handwerk besonders hart und die Handwerksnovelle verändere den Charakter der Branche. Viele neue Klein- und Kleinstbetriebe beschäftigten ganz wenige oder gar keine Mitarbeiter. Gleichzeitig werfe der Generationswechsel in vielen Betrieben erhebliche Probleme auf und das duale System stecke in der Krise. Schon jetzt hätten verschiedene Handwerksbereiche mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, betonte Möhrle. Das Handwerk müsse deshalb nicht nur die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb stärken, sondern auch die kontinuierliche Qualifizierung älterer Mitarbeiter. Möhrle begrüßte dabei die Hilfestellung durch die Landesregierung wie zum Beispiel durch das Projekt zur Qualifizierung älterer Fachkräfte der Metall- und Elektrobranche. Die Rekrutierung von Facharbeitskräften durch eigene Nachwuchsausbildung werde im Handwerk von zentraler Bedeutung bleiben.
In diesem schwierigen Umfeld müssten die Betriebe mit einer ausgeprägten Individualisierung und einem dienstleistungsorientierten Strukturwandel der Märkte zurecht kommen. Die demografische Entwicklung führe zudem zu einer Veränderung der Märkte. Erhalten und Sanieren gewinne an Bedeutung, das Bedürfnis nach Sicherheit und Bequemlichkeit steige, ebenso die Nachfrage nach seniorengerechtem und barrierefreiem Wohnen. Möhrle: Hier bietet sich dem Handwerk eine Fülle von Chancen für neue Produkte und Dienstleistungen. Diese gelte vor allem für Bau- und Ausbaugewerke, die Holzgewerke, sowie die Elektro- und Metallbetriebe, für die mit der demografischen Entwicklung ein großes Wachstumspotenzial entstehe. Die Erwartungen älterer Verbraucher an Qualität und Service seien sehr hoch. Sie zufrieden zu stellen sei ein gutes Barometer für die erfolgreiche Kundenorientierung eines Unternehmens. Der Wunsch nach persönlicher Betreuung, nach Höflichkeit, Aufmerksamkeit und Geduld wachse. Damit Handwerksbetriebe die Generation 50 plus für sich gewinnen können, müssen sie sich stärker als bisher mit diesen Märkten und den Wünschen ihrer älter werdenden Kundschaft beschäftigen, sagte Möhrle weiter. Gefordert sei eine neue Sensibilität. Die Betriebe hierfür fit zu machen, sei auch Aufgabe der Handwerksorganisationen. Möhrle: Ein Handwerksbetrieb, der Zugang zu den Älteren gefunden hat, der hat auch die Zukunft für sich gewonnen.
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT)
Pressestelle
Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart
Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100
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