Der Arbeitsmarkt in Deutschland: Keine Chancen verspielen!
(Berlin) - Die gute Konjunktur hat sich im vergangenen Jahr am Arbeitsmarkt positiv bemerkbar gemacht: Die Arbeitslosigkeit sank im Jahresdurchschnitt um über 700.000. Gleichzeitig ist die Erwerbstätigenzahl nach ersten Schätzungen um knapp 650.000 gestiegen. Diese gute Entwicklung ist aber kein Selbstläufer im Gegenteil: Laut aktueller DIHK-Konjunkturumfrage planen die Unternehmen für 2008 weniger Neueinstellungen. Jenseits der konjunkturellen Einflüsse droht der Arbeitsmarkt in diesem Jahr auch von anderen Faktoren in die Zange genommen zu werden. Der DIHK zeigt zentrale Hemmnisse auf, die den Beschäftigungsaufbau in diesem Jahr dämpfen könnten und die es soweit möglich auszuräumen gilt.
Schwache US-Konjunktur und teures Öl | Die gestiegenen außenwirtschaftlichen Risiken werden die Zuwachsraten beim Export zügeln und den Aufschwung in Deutschland 2008 auf die Probe stellen: Die noch nicht ausgestandene Krise auf dem US-Immobilienmarkt schürt Rezessionsängste in den USA. Eine Übertragung der konjunkturellen Schwächephase der USA auf die Weltwirtschaft würde die Exportnation Deutschland empfindlich treffen mit negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung. Da zudem der hohe Ölpreis derzeit auf die Kaufkraft der Konsumenten drückt, ist es im Inland umso wichtiger, die gute Arbeitsmarktentwicklung nicht zu beeinträchtigen.
Zunehmender Fachkräftemangel | Immer stärker wird Fachkräftemangel zur Beschäftigungs- und Wachstumsbremse am Standort Deutschland. Bereits 2007 fehlten der Wirtschaft auf das Gesamtjahr bezogen rechnerisch rund 400.000 Fachkräfte und das vor allem im technischen Bereich. Damit die Unternehmen jetzt und in Zukunft ihre Beschäftigungspläne verwirklichen können, ist aus DIHK-Sicht eine Gesamtstrategie erforderlich: Größere Kraftanstrengungen im Bildungsbereich, mehr Beschäftigung Älterer und qualifizierter Eltern sowie Erleichterungen bei der Zuwanderung müssen oberste Priorität haben.
Irrweg Mindestlohn | Nachdem die Politik Ende letzten Jahres den Weg für gesetzliche Mindestlöhne bei den Briefdienstleistern frei gemacht hat, stehen nun weitere Branchen für die Einführung von Mindestlöhnen zur Diskussion allen voran die Zeitarbeit, aber auch beispielsweise das Bewachungsgewerbe. Mindestlöhne haben für den Arbeitsmarkt fatale Folgen: Die Arbeitslosigkeit gerade der Geringqualifizierten wächst, und Jugendlichen wird, wie die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich belegt, der Einsteig in das Erwerbsleben erschwert. Schwarzarbeit ist die einzige Branche, die von gesetzlich fixierten Lohnuntergrenzen dauerhaft profitiert.
Zu hohe Tarifabschlüsse | In wichtigen Branchen stehen in diesem Jahr harte Tarifauseinandersetzungen an: Von Gewerkschaftsseite liegen bereits Forderungen nach Lohnzuwächsen von bis zu 8 Prozent auf dem Tisch. Aus DIHK-Sicht ist es aber wichtig, dass die Tarifparteien zu maßvollen Abschlüssen kommen. Ein Ende der Bescheidenheit kann hier allzu leicht ein Ende der Arbeitsmarktbelebung bedeuten. Klar ist auch: Einmalzahlungen und Gewinnprämien sind besser als starre prozentuale Lohnerhöhungen.
Fazit: Keine Chancen verspielen! | Am Arbeitsmarkt ist es 2007 deutlich bergauf gegangen doch noch immer warten rund 3,4 Millionen Arbeitslose auf eine Perspektive. Der DIHK schätzt, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr um 300.000 zurückgehen und die Erwerbstätigenzahl im selben Umfang wachsen könnte vorausgesetzt, Politik und Tarifparteien werden ihrer beschäftigungspolitischen Verantwortung gerecht und verzichten darauf, neue Beschäftigungshürden aufzubauen. Anderenfalls verspielen wir nicht nur in diesem Jahr Chancen auf zusätzliche Jobs; noch schlimmer wären die Beschäftigungseinbrüche bei der nächsten Konjunkturabkühlung, die irgendwann gewiss kommen wird.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Ute Brüssel, Pressesprecherin
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 203080, Telefax: (030) 203081000
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