Der Energieausweis: Phantom oder Wirklichkeit?
(Hamburg) - Seit Jahren wird über die Einführung eines Energieausweises für Wohngebäude gestritten. Längst hätte es diesen Ausweis geben sollen. Doch nicht zuletzt der Regierungswechsel in Berlin hat die Einführung bis heute verhindert. Zuletzt wurde von einigen Interessengruppen sogar der Eindruck erweckt, seit Beginn des Jahres 2006 bestehe eine Verpflichtung zur Erstellung oder Vorlage von Energieausweisen.
Richtig ist aber: Es gibt noch keine gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung oder Vorlage eines Energieausweises für Wohnungen und Häuser. Die beteiligten Ministerien (Wirtschaft und Bau) wollen erst Ende Februar 2006 einen Referentenentwurf der novellierten Energieeinsparungsverordnung vorlegen. Dieser Entwurf wird erst dann mit anderen Ressorts und den Verbänden abgestimmt. Deshalb gibt es auch noch keine Entscheidung, ob es einen bedarfs- oder einen verbrauchswertorientierten Energieausweis geben wird.
VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege: "Die Fehlinformationen der vergangenen Wochen führen zu Verunsicherung der Öffentlichkeit und säen Streit zwischen Mietern und Vermietern. Niemand muss sich unter Druck gesetzt fühlen und heute bereits Aufträge für Energieausweise erteilen. Wir rechnen damit, dass der Energieausweis noch in diesem Jahr gesetzliche Pflicht in Deutschland wird, in keinem Fall aber in der ersten Jahreshälfte. Anschließend wird es längere Übergangsfristen geben. Vermieter und Immobilieneigentümer sollten die freie Wahl zwischen dem bedarfs- oder dem verbrauchswertorientierten Energieausweis haben. Wir haben uns frühzeitig für den verbrauchswertorientierten Energieausweis ausgesprochen. Die Berechnung orientiert sich am tatsächlichen Heizenergieverbrauch, während der energetische Bedarfswert eines Wohngebäudes eine errechnete, theoretische Größe darstellt. Der verbrauchswertorientierte Energieausweis kostet etwa 15 bis 20 Euro pro Gebäude, der bedarfswertorientierte bei einem Mehrfamilienhaus zwischen 500 und 1.000 Euro. Das Geld sollte besser in die energetische Gebäudemodernisierung als in Papier investiert werden. Unsere Mitgliedsunternehmen werden den Energieausweis zukünftig als Marketinginstrument bei der Vermietung einsetzen. Sie haben seit 1990 über 20 Mrd. Euro in ihre Bestände investiert. Diese Investitionen sind auch in Maßnahmen geflossen, um die Energieeffizienz der Gebäude zu steigern. Diese Anstrengungen für Wohnqualität, Klimaschutz und Energieeinsparung wollen wir mit voller Kraft fortsetzen."
Quelle und Kontaktadresse:
VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
Pressestelle
Tangstedter Landstr. 83, 22415 Hamburg
Telefon: (040) 520110, Telefax: (040) 52011201
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