Deutsche Medizintechnik bleibt 2008 auf Wachstumskurs / Gesamtumsatz steigt um 6,5 Prozent / Positive Auswirkung auf die Beschäftigungssituation / Dollarkurs schwächt das US-Geschäft
(Berlin) - Nach einem erfolgreichen Vorjahr werden die rund 1.250 deutschen Medizintechnikhersteller ihren Umsatz in 2008 erneut steigern können. Nach einer aktuellen Prognose des deutschen Industrieverbandes SPECTARIS im Rahmen des heutigen (15. April 2008) MedTechDay in Frankfurt wird im Inland ein Umsatzplus von 8 Prozent und damit ein Wert von mehr als 6,7 Milliarden Euro erwartet. Beim Auslandsumsatz liegt die Prognose bei 11,9 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 6 Prozent entsprechen würde. Der Gesamtumsatz läge damit bei einem Wert von rund 18,6 Milliarden Euro um rund 6,5 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Entsprechend positiv sind daher auch die Erwartungen an die Beschäftigungsentwicklung bei den überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben. Hier wird von einem Zuwachs von rund 3 Prozent auf damit fast 98.000 Mitarbeiter ausgegangen.
Im Jahr 2007 lag der Gesamtumsatz der Branche mit mehr als 17,4 Milliarden Euro um 7,6 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Getragen wurde das sehr positive Ergebnis dabei von Zuwächsen sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft. So konnten die deutschen Medizintechnikhersteller im vergangenen Jahr ihren Inlandsumsatz um 8,4 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro steigern. Der Auslandsumsatz konnte ebenfalls zulegen und wies mit einem Wert von 11,2 Milliarden Euro ein Plus von 7,1 Prozent aus. Die Exportquote lag unverändert hoch bei 64 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag die Exportquote noch bei rund 51 Prozent. Die positive Geschäftsentwicklung 2007 machte sich auch bei der Anzahl der Beschäftigten bemerkbar, die mit rund 95.000 Mitarbeitern ebenfalls deutlich über dem Ergebnis des Jahres 2006 lag (+5,5 Prozent).
Wichtigste Zielregion der deutschen Medizintechnikexporte in 2007 war die Europäische Union, auf die rund 41 Prozent der Ausfuhren entfielen. Die Exporte in die EU-Länder konnten dabei um mehr als 15 Prozent gesteigert werden. Die Ausfuhren nach Nordamerika, mit einem Anteil von 22 Prozent die zweitwichtigste Exportregion der Branche, stagnierten und blieben damit aufgrund des schwachen Dollarkurses und der Verunsicherung auf dem amerikanischen Markt hinter den Erwartungen zurück. In den Jahren 2005 und 2006 konnten dort noch gut zweistellige Exportzuwächse beobachtet werden. Mit einem Anteil von 14 Prozent am Gesamtexport und einer Zuwachsrate von rund 10 Prozent zeigte sich Asien dagegen weiter wachstumsstark.
Die Länder der Europäischen Union dominierten mit einem Anteil von 35 Prozent am deutschen Gesamtimport medizintechnischer Güter in 2007 auch bei den Einfuhren, gefolgt von Nordamerika (Anteil: 28 Prozent) und Asien (Anteil: 18 Prozent).
Die hohe Akzeptanz deutscher Medizintechnik im In- und Ausland ist ein klarer Beleg für die starke Innovationskraft der Branche, die durch überdurchschnittlich hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung gekennzeichnet ist, erklärt Tobias Weiler, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei SPECTARIS. So liegt die F&E-Quote, also der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Gesamtumsatz, derzeit bei rund 9 Prozent. Zum Vergleich: Die F&E-Quote im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt liegt bei weniger als 5 Prozent. Rund 15 Prozent der Beschäftigten sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Entsprechend hoch liegt der Umsatzanteil innovativer Produkte, d.h. Produkte, die jünger als drei Jahre sind, bei fast 32 Prozent. Doch insbesondere für die langfristige Innovationsfähigkeit der Unternehmen ist nicht nur die Höhe der eigenen Forschungsausgaben entscheidend. Themen wie Forschungsförderung und Gemeinschaftsforschung gewinnen mehr und mehr an Bedeutung.
Die starke Inlandsnachfrage zeigt, dass viele Ärzte und Kliniken das hohe Einsparpotenzial innovativer Medizintechnik erkannt haben und im Zuge von Modernisierungs- und Prozessoptimierungsmaßnahmen verstärkt auf HighTech-Lösungen setzen, unterstreicht Weiler. Daneben begünstigten neue Finanzierungsformen, angefangen von Leasing bis hin zu nutzungsabhängigen Modellen, das Branchenwachstum im Inland. Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung sei die demographische Entwicklung.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V. (SPECTARIS)
Pressestelle
Saarbrücker Str. 38, 10405 Berlin
Telefon: (030) 414021-0, Telefax: (030) 414021-33
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