Pressemitteilung | Deutscher Hochschulverband (DHV)
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Deutscher Hochschulverband fordert Sonderprogramm von Bund und Ländern / Kempen: „Ein Hochschullehrer pro sechzig Studierende absolute Obergrenze “

(Bonn) - Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat die Vertreter von Bund und Ländern angesichts der zunehmenden Überlastung der Universitäten zu raschem Handeln aufgerufen. „Wir stehen vor einem dramatischen Anstieg der Studierendenzahlen“, sagte der Präsident des DHV, der Kölner Rechtswissenschaftler Professor Dr. Bernhard Kempen. „Der Deutsche Hochschulverband appelliert an Bund und Länder, sich auf ein gemeinsames Hochschulsonderprogramm zu einigen. Die dringend notwendige Unterstützung der Hochschulen darf nicht am Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern scheitern“, so Kempen. Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan kommt heute mit den Wissenschaftsministern der Bundesländer zusammen, um über einen „Hochschulpakt 2020“ zu beraten.

Nach Auffassung des DHV müsse ein Hochschulsonderprogramm vor allem die Rahmenbedingungen für das Studium verbessern. Kempen: „Im Fächerdurchschnitt betreut in Deutschland ein Hochschullehrer 60 Studierende. Ich würde mir einen Konsens aller Beteiligten wünschen, daß damit die äußerste Grenze des Tragbaren erreicht ist.“

Kempen riet der Politik zu einem Maßnahmenbündel, das den Bedürfnissen der einzelnen Fächer Rechnung trage: „Die von der Hochschulrektorenkonferenz geforderten vorgezogenen Parallelberufungen sind eines von mehreren geeigneten Mitteln zur Verbesserung des Betreuungsverhältnisses. Sie haben allerdings den Nachteil, daß sie die beruflichen Perspektiven der Nachwuchswissenschaftler verschlechtern, die heute erst am Anfang ihres Qualifikationsweges stehen. In einigen Fächern ist die dauerhafte Einrichtung zusätzlicher Professorenstellen daher unumgänglich.“, erklärte Kempen.

Auch die Einrichtung einer neuen Personalkategorie unterhalb der Professorenebene sei in einigen Fächern zu erwägen. „Die Personalkategorie des ‚lecturers’ sollte allerdings die Ausnahme und nicht die Regel sein“, sagte Kempen. „Die Lösung des Problems kann nicht der kostengünstige ‚lecturer’ sein, dessen Lehre sich nicht aus der Forschung erneuert. Studierende haben einen Anspruch darauf, möglichst frühzeitig und umfassend die Vorlesungen von Professoren zu hören.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hochschulverband (DHV) Dr. Kristijan Domiter, Leiter, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Rheinallee 18, 53173 Bonn Telefon: (0228) 9026666, Telefax: (0228) 9026680

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