Pressemitteilung | Deutscher Lehrerverband (DL)
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Deutscher Lehrerverband zu den aktuellen Zahlen zur Gewalt gegen Lehrkräfte

(Berlin) - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands (DL), Stefan Düll, äußert sich zu den aktuellen Zahlen zur zunehmenden Gewalt gegen Lehrkräfte: „Die Zahlen sind alarmierend und bestätigen, was viele Lehrkräfte seit Jahren erleben: Gewalt, Bedrohungen und Respektlosigkeit.“

Düll betont: „Wer Lehrkräfte angreift, greift die Schule als zentralen Ort des gesellschaftlichen Zusammenhalts an. Das dürfen wir nicht hinnehmen: Lehrkräfte haben ein Recht auf einen Arbeitsplatz ohne Gewalt.“ Die Zahlen zeigen deutlich, dass Prävention und Schutz bislang unzureichend seien. „Es reicht nicht, Gewalt zu beklagen – wir müssen handeln.“

Der Deutsche Lehrerverband fordert verbindliche Schutzkonzepte für alle Teile der Schulfamilie: „Wir brauchen Prävention, Intervention und Nachsorge. Das heißt zum Beispiel: klare rechtliche Rückendeckung für Lehrkräfte, konsequentes Eingreifen der Schulaufsicht sowie eine deutlich stärkere Präsenz von Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und externen Präventions- und Nachsorgeangeboten. Melde- und sanktionsfähige Strukturen müssten gestärkt werden: Gespräche der Polizei mit den Kindern und Jugendlichen präventiv im Klassenverband oder nach einem Gewaltvorfall auch vor der Strafmündigkeit mit den Täterinnen und Täter sind notwendig.“

Düll weist auch auf den gesellschaftlichen Kontext hin: „Gewaltvorfälle an Schulen sind dabei auch Teil einer gesamtgesellschaftlichen Tendenz mit mehr Aggressivität, wobei bestimmte gesellschaftliche Grundsätze aufgegeben werden. Wir sehen seit Jahren vermehrt Gewalt gegen die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr oder Krankenhauspersonal. Auch ehrenamtlich tätige Personen wie Lokalpolitiker und Schiedsrichter werden zunehmend verbal und oft auch körperlich angegriffen. Die Autorität von Menschen, die aufgrund ihrer Tätigkeit gesellschaftlichen Respekt verdienen, wird zunehmend in Frage gestellt.“

„Als Gesellschaft müssen wir auch darüber reden, wie wir unsere Kinder erziehen und welche Vorbilder wir mit unserem eigenen Verhalten abgeben“, betont DL-Präsident Stefan Düll. „Gerade Eltern, Influencer, Politikerinnen und Politiker sowie andere öffentliche Persönlichkeiten tragen eine besondere Verantwortung. Unser Maßstab muss sein: Würden wir ein solches Verhalten akzeptieren, wenn es alle zeigen würden?“ Respektlosigkeit, Herabwürdigung oder die Billigung von Gewalt dürften niemals zur Normalität werden. „Kinder und Jugendliche orientieren sich an dem, was Erwachsene und öffentliche Vorbilder vorleben. Wer selbst Grenzen überschreitet oder Gewalt relativiert, darf sich nicht wundern, wenn genau dieses Verhalten in Schule und Gesellschaft ankommt.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Lehrerverband (DL), Dominicusstr. 3, 10823 Berlin, Telefon: 030 70094776

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