Pressemitteilung | Deutscher Städtetag

Deutscher St√§dtetag zur Zukunft des Handels in den St√§dten / St√§dte und Einzelhandel sollten Zusammenarbeit f√ľr lebendige Innenst√§dte vertiefen - Chancen des Online-Handels nutzen

(Berlin) - Der zunehmende Online-Handel, die Digitalisierung und der gesellschaftliche Wandel ver√§ndern die Einkaufsgewohnheiten sowie die Nachfrage der Menschen. Deshalb sollten Handel und Immobilienwirtschaft ihre Zusammenarbeit mit den St√§dten vertiefen, um gemeinsam innovative L√∂sungen f√ľr die Innenst√§dte zu erreichen. Die Pr√§sidentin des Deutschen St√§dtetages, Oberb√ľrgermeisterin Dr. Eva Lohse aus Ludwigshafen, sagte: "Einkaufen zu gehen ist nicht mehr alleiniger Ausl√∂ser f√ľr einen Besuch in der Innenstadt. Die Menschen besuchen dort Events, lassen sich unterhalten, treffen sich zum sozialen Austausch und erleben Kultur. Urbanes Leben in den St√§dten verbindet Einkaufen, Wohnen, Arbeiten und Kultur und erm√∂glicht Kommunikation und Begegnungen. Ein zukunftsf√§higer Einzelhandel mit attraktiven Gesch√§ften geh√∂rt unbedingt dazu. Wir brauchen f√ľr starke Innenst√§dte eine Verantwortungsgemeinschaft von Stadt, Handel und Eigent√ľmern, das hei√üt eine engere Zusammenarbeit des Handels und der Immobilienwirtschaft mit der Stadt sowie der H√§ndler untereinander. √úber diese Themen sind wir als St√§dtetag mit Handel und Immobilienwirtschaft in guten Gespr√§chen." Der Deutsche St√§dtetag ver√∂ffentlichte dazu heute auch ein Diskussionspapier sowie Best-Practice-Beispiele aus 20 St√§dten.

Auf Basis einer Umfrage des Deutschen St√§dtetages bei seinen Mitgliedsst√§dten wurde dieses Diskussionspapier erarbeitet, das Ideen und Vorschl√§ge f√ľr die zuk√ľnftige strategische Ausrichtung von Stadt und Handel enth√§lt und Schwierigkeiten benennt. Dabei stellt sich die Situation sehr unterschiedlich dar: Einerseits ist der Handel in strukturstarken St√§dten mit erheblich steigenden Mieten belastet; andererseits gibt es in strukturschwachen Stadtteil-zentren Probleme durch vermehrten Leerstand und droht die Versorgung der Bev√∂lkerung nicht mehr ortsnah gesichert zu sein. Die zunehmende Digitalisierung und intelligente Vernetzung unterschiedlicher Dienstleistungs- und Versorgungsbereiche wirkt sich nachhaltig auf die Innenst√§dte aus. Im Jahr 2020 werden nach Sch√§tzungen etwa 20 Prozent des Einzelhandelsumsatzes online abgewickelt. Neue Handelskonzepte und Mobilit√§tsangebote √§ndern die Kunden- und Lieferstr√∂me. "Deshalb m√ľssen wir vermehrt innovative L√∂sungen mit allen Beteiligten erarbeiten. Der Handel in den Ladengesch√§ften und der Online-Handel sind k√ľnftig nur gemeinsam denkbar und sollten kundenorientiert verkn√ľpft werden. Und wir m√ľssen auch eine gute Versorgung der Bev√∂lkerung in den Stadtteilen sicherstellen. Einzelhandelskonzepte der St√§dte tragen zu einer positiven Entwicklung des Handels bei, wenn sie eindeutige Priorit√§ten setzen, die in Zusammen-arbeit mit den Beteiligten vor Ort erarbeitet, in kurzen Intervallen aktualisiert und mit "langem Atem" umgesetzt werden", machte St√§dtetagspr√§sidentin Lohse deutlich.

Um einige Best-Practice-Beispiele zu nennen:
- Masterpl√§ne, Einzelhandelskonzepte, Zentren-Entwicklung (Bochum, Bremen, Dresden, D√ľsseldorf, Freiburg, Hamm, K√∂ln, Leipzig, Mannheim, M√ľnchen, M√ľnster, N√ľrnberg, Offenbach, Stuttgart u.v.a.)
- Online-Stadtpl√§ne mit Informationen √ľber Einzelhandel (Augsburg, M√ľnster)
- Stadtportal zum Thema Einkaufen, das mit H√§ndlern von Gesch√§ftsstra√üen kooperiert und Angebote b√ľndelt (Bremen, D√ľsseldorf, G√ľstrow, M√ľnster, Rostock, Wuppertal)
- City-Shopping-App f√ľr Smartphones mit Infos zu freiem WLAN (Bremen)
- Vermarktung von Einzelhandel-Start-ups (D√ľsseldorf)
- Modell der Business Improvement Districts, d.h. Akteure eines begrenzten Gesch√§ftsgebiets steigern innerhalb von 5 Jahren die Attraktivit√§t des Gebietes, finanziert durch kommunale Abgabe aller Grundeigent√ľmer (Hamburg)
- attraktivere Geschäftsstraßen durch Kooperationen fördern (Berlin, Köln)
- Gestaltungskatalog f√ľr Au√üengastronomie (M√ľnster)
- Online-Datenbank √ľber Einzelhandelsleerfl√§chen (Stuttgart)
- Konzept "Nahversorgung" f√ľr Stadtteile ohne Lebensmittelversorgung (Stuttgart)
- "OF Loves U", Online-Portal und Kampagne, die Identität fördern (Offenbach)

Das Diskussionspapier des Deutschen Städtetages "Zukunft von Stadt und Handel" ist abrufbar im Bereich Fachinformationen, Stadtentwicklung unter www.staedtetag.de.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher St√§dtetag, Hauptgesch√§ftsstelle Berlin Volker B√§stlein, Leitung, Presse- und √Ėffentlichkeitsarbeit Hausvogteiplatz 1, 10117 Berlin Telefon: (030) 377110, Fax: (030) 37711999

(tr)

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