Deutsches Verkehrsforum sieht Zeitplan für CO2-Grenzwerte kritisch / EU dreht an Kostenschraube bei leichten Nutzfahrzeugen
(Berlin) - Die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Einführung von CO2-Obergrenzen für leichte Nutzfahrzeuge stoßen in der Verkehrsbranche auf Widerspruch. Der Vorsitzende des Lenkungskreises Güterverkehr des Deutschen Verkehrsforums in Berlin, Dr. Jörg Mosolf, äußerte sich skeptisch hinsichtlich des Zeitplans der Brüsseler Vorlage: "Wenn die Hersteller den Flottenwert kurzfristig schon auf 175 Gramm senken müssen, befürchte ich deutliche Preisaufschläge. Mehrkosten bei der Anschaffung von Neufahrzeugen können sich die Transportunternehmen unter den aktuellen wirtschaftlich Bedingungen aber ganz sicher nicht leisten. Auch mit Phase-In bleibt der Plan kritisch und muss nachgebessert werden."
Die Vorlage der Europäischen Kommission sieht 175 Gramm CO2 pro Kilometer als kurzfristige Obergrenze für den Durchschnitt der Neuwagenflotte vor, wobei der Anteil der einbezogenen Neufahrzeuge bis 2016 schrittweise auf 100 Prozent steigen soll ("Phase-In").
Dr. Mosolf wies auf die Bedeutung finanzieller Anreize bei der schnellen Markteinführung sauberer neuer Nutzfahrzeuge hin. Als Optionen nannte er steuerliche Entlastungen oder Modernisierungshilfen: "Wir brauchen umweltschonende Nutzfahrzeuge. Allerdings kommt es darauf an, dass diese sauberen neuen Fahrzeuge auch tatsächlich auf der Straße fahren. Darum sollten die Mitgliedstaaten der EU klären, wie den Transporteuren bei der Anschaffung besonders umweltfreundlicher Fahrzeuge geholfen werden kann. Es muss klar sein, dass wir über einen echten Bonus reden. Ein Malus für Bestandsfahrzeuge kommt nicht in Betracht."
Dr. Mosolf erinnerte auch daran, dass zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um zukünftig Fortschritte bei der Klimabilanz des Straßengüterverkehrs zu erreichen. So sollte die Entwicklung von Elektro- und Hybridantrieben auch für kleine Nutzfahrzeuge mit Nachdruck gefördert werden. Außerdem müsse der Verkehr in Ballungsräumen besser geleitet werden. Investitionen in moderne Verkehrstelematiksysteme seien dafür unabdingbar.
http://www.verkehrsforum.de/publikationen/positionspapiere.html.
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Deutsches Verkehrsforum e.V.
Ingrid Kudirka, Leiterin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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