"Deutschland darf sich international nicht isolieren" / Bildungsgewerkschaft zum Vorstoß von Unions-Kultusministern, bei PISA auszusteigen
(Frankfurt am Main) - "Das ist provinziell. Deutschland darf sich international nicht erneut isolieren!" Mit diesen Worten kommentierte Marianne Demmer, Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), erste Drohungen christdemokratischer Kultusminister, bei künftigen PISA-Studien nicht mehr mitzumachen. "Einige Unions-Kultusminister ärgern sich offenbar schwarz, dass sie nicht mehr die absolute Kontrolle darüber haben, welche Fakten über das deutsche Schulwesen bekannt werden. Anders ist die Forderung der Kultusminister von Baden-Württemberg und Niedersachsen nach einem PISA-Ausstieg Deutschlands nicht zu verstehen", sagte Demmer.
Deutschland spiele bereits heute international in bildungspolitischen Fragen keine Rolle. Die Bundesrepublik werde wegen ihres veralteten Schulsystems aus dem 19. Jahrhundert belächelt und kritisiert. In Zeiten der Globalisierung und Internationalisierung könne sich Deutschland ein solchermaßen klein kariertes Vorgehen nicht leisten. "Damit schaden die Unions-Kultusminister nicht nur Schülern, Eltern und Lehrkräften, sondern Gesellschaft und Wirtschaft insgesamt", betonte Demmer. Von Souveränität im Umgang mit unangenehmen Wahrheiten und kritischen Blicken von außen, von demokratischer Offenheit und Transparenz zeuge dieser Vorstoß der CDU-Bildungspolitiker nicht.
Demmer erwartet von der Veröffentlichung der PISA-Untersuchung am kommenden Dienstag (4. Dezember 2007) wichtige Impulse für die bildungspolitische Debatte in Deutschland: "Vieles deutet darauf hin, dass das Kernproblem des deutschen Bildungswesens nicht gelöst ist: die mangelnde Chancengleichheit. Wir sind gespannt auf die Aussagen der PISA-Studie zu dieser Frage. Wie viele Risikoschüler gibt es in Deutschland? Wie hat sich die Leseleistung in der Sekundarstufe entwickelt? Driften die Leistungen schwächerer und stärkerer Schüler weiter auseinander? All diese Fragen müssen wir verantwortungsvoll, aber ohne Scheuklappen diskutieren, um endlich die richtigen Schritte für eine nachhaltige Verbesserung unseres Schulsystems einzuleiten."
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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