DGB legt erste Studie zu Praktika nach Uni-Abschluss vor
(Berlin) - Praktika nach dem Studium sind zum Normalfall geworden. Das geht aus einer Studie im Auftrag der DGB-Jugend und der Hans-Böckler Stiftung hervor, die die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Donnerstag (01. Februar 2006) in Berlin vorgestellt hat.
Danach schließen 37 Prozent der Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Praktikum an, elf Prozent sogar ein zweites. Die Hälfte der Praktika ist unbezahlt. Durchschnittlich dauern die Praktika sechs Monate, zwei Drittel der Praktikantinnen und Praktikanten werden in dieser Zeit finanziell von ihren Eltern unterstützt, 40 Prozent müssen sich über einen Nebenjob finanzieren.
Die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre Arbeit fest in der Unternehmensarbeit eingeplant war, lediglich bei 32 Prozent stand das Lernen im Vordergrund. Nur rund ein Drittel der Absolventinnen und Absolventen erhielt im Anschluss ein, wie auch immer geartetes, weiteres Beschäftigungsangebot.
Ingrid Sehrbrock sieht dringenden politischen Handlungsbedarf. Sie forderte die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, aus der anstehenden Anhörung zum Thema Praktika politische Konsequenzen zu ziehen. Sorgen Sie dafür, dass Praktika wieder einen guten Ruf bekommen, als Zeit des Lernens und der beruflichen Orientierung. Arbeit dagegen muss angemessen entlohnt werden und berufliche Perspektiven bieten. Praktika müssen gesetzlich eindeutig als Lernverhältnis definiert, ihre Dauer auf drei Monate begrenzt werden, sagte Sehrbrock. Nach dem Studium sollten Praktika durch Berufseinstiegsprogramme ersetzt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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