Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Bundesvorstand
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DGB nicht für ein Einfrieren von Lehrlingsgehältern

(Berlin) - Durch ein Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ vom 10. Juli ist ein falscher Eindruck entstanden. Die „Welt“ hatte in einer Vorabmeldung an Agenturen berichtet, die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock habe vorgeschlagen, die Ausbildungsvergütungen von Lehrlingen einzufrieren, damit Unternehmen mehr Ausbildungsplätze schaffen. Das stimmt nicht.

Stattdessen hatte sich Ingrid Sehrbrock gegen eine Absenkung von Lehrlings-Vergütungen ausgesprochen. Sie fügte hinzu: „Allenfalls könnte man darüber nachdenken, auf eine Erhöhung der Ausbildungs-Vergütung zu verzichten, wenn dadurch nachweislich mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden.“ Auch dabei geht es nicht um ein flächendeckendes Einfrieren von Lehrlingsvergütungen, wie es die Vorabmeldung der „Welt“ fälschlicherweise nahe legt. Vielmehr regt Frau Sehrbrock an, dass sich die Tarifparteien in Tarifverhandlungen gegebenenfalls darauf einigen, dass die Ausbildungs-Vergütung nicht erhöht wird. Dabei bezieht sie sich auf eine Praxis, die bereits in vielen Branchen gilt wie z.B. in der chemischen Industrie, im Hotel- und Gaststätten-Gewerbe und im Einzelhandel.

Die Tarifpartner nutzen schon heute auf vielfältige Weise das Instrument der Tarifpolitik, um Ausbildung zu fördern. Dabei darf die Ausbildungsvergütung nicht zum Spielball verbandlicher Interessen werden. Sie ist nicht das entscheidende Kriterium für die Überlegung, ob ausgebildet wird oder nicht. Wichtiger sind ausbildungsbegleitende Hilfen, externes Ausbildungsmanagement, Ausbildungsverbünde und der Wegfall der Ausbildungsgebühren.

Die betreffende Passage in dem Interview mit der Welt lautet wie folgt: Auf die Frage: „Was halten Sie von einer Absenkung der Ausbildungsvergütungen?“, antwortete Frau Sehrbrock: „Das steht ja bereits in einigen Tarifverträgen und gilt dann, wenn statt dessen mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden. Grundsätzlich halte ich das aber nicht für sinnvoll. Manche Auszubildende bekommen sogar weniger als 300 Euro. Es wäre das falsche Signal, die Jugendlichen mit noch weniger Geld von einer Ausbildung abzuschrecken. In der Regel gibt es auch gar keinen Grund dafür. Für die meisten Betriebe lohnt sich Ausbildung. Allenfalls könnte man darüber nachdenken, auf eine Erhöhung der Ausbildungs-Vergütung zu verzichten, wenn dadurch nachweislich mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Hilmar Höhn, Leiter, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060324

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