Die langfristige strategische Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland geht über Energie weit hinaus / Reformfortschritte verbessern Investitionsklima in Russland erheblich / Mit 25 Prozent Wachstum ist der bilaterale Handelsumsatz auf Rekordniveau
(Berlin) - Über Öl und Gas hinaus ist Russland ein wichtiger strategischer Partner der deutschen Wirtschaft und bietet enorme und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten. Die Schwerpunkte der zukünftigen bilateralen Zusammenarbeit liegen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, IT/TK, Automobil- und Zulieferindustrie, Hochtechnologie und Logistik. Der wachsende Mittelstand eröffnet viele Chancen für deutsche Unternehmen. Der starke Modernisierungsbedarf der russischen Wirtschaft dürfte auch in den nächsten Jahren zu enormen Steigerungen der deutschen Exporte im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei technischen Dienstleistungen (Engineering etc.) führen, sagte Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft anlässlich eines Pressegespräches in Berlin.
Der Ost-Ausschuss sieht Russland auf seinem Weg in die Marktwirtschaft weiterhin positiv. Für die deutsche Wirtschaft ist Russland einer der wichtigsten Partner im Ausland, unterstrich der Ost-Ausschuss-Vorsitzende. Mangold bedauerte die fortgesetzte Kritik an einer angeblichen Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland. Gleiches gelte für die vielfach geäußerten Bedenken gegenüber der gemeinsamen Pipeline-Gesellschaft. Bei strategischen Partnern sei diese Kritik ungerechtfertigt. Die strategische Partnerschaft bei Öl und Gas sei ohne Alternative.
Russland verfügt über die weltweit größten Erdgasreserven und hat deshalb ein enormes Potenzial zur sicheren Erdgasversorgung Europas. Wir haben über mehr als 30 Jahre verlässliche Lieferbeziehungen entwickelt. Die Probleme zwischen Gazprom und der Ukraine ändern nichts an unserer Einschätzung, dass Gazprom ein verlässlicher Partner bleiben will und wird. Es kommt jetzt darauf an, die großen Investitionen zu leisten, die notwendig sind, um die Energiepartnerschaft abzusichern und auszubauen. Darum werden wir auch neue Wege der wechselseitigen Investitionsbeteiligungen gehen, betonte auch Burckhard Bergmann, Vorsitzender des Vorstandes der E.ON Ruhrgas AG.
Die wirtschaftlichen Strukturen in Russland entwickeln sich in einem hohen Tempo. In der Amtszeit von Präsident Putin hat es erhebliche Fortschritte bei Reformen und Rechtsentwicklungen insbesondere bei Steuer, Zoll und Eigentum gegeben. Mit der Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen, der Verkürzung der Anfechtungsfrist von Privatisierungen, konkreten Regelungen zu den Steuerverfahren und einer Amnestie für eine Rückführung von russischem Kapital aus dem Ausland hat die russische Regierung die notwendige Entschlossenheit gezeigt, das Investitionsklima zu verbessern.
Durch die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen bietet Russland jetzt ausländischen und inländischen Investoren mit steuerlichen, zollrechtlichen und administrativen Vorteilen zusätzlich Anreize für eine Investition. Die Sonderkonditionen gelten zunächst für 20 Jahre und können einen dringend notwendigen Beitrag zur Diversifizierung der russischen Wirtschaft leisten. Russland mache damit einen entscheidenden Schritt, um die Attraktivität des Investitionsstandortes weiter voranzutreiben, so Mangold. Für die deutschen Unternehmen ist Russland ein wichtiger Markt. Das haben insbesondere Investitionen im letzten Jahr in den Bereichen Banken, Elektroindustrie, Medien, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Landtechnik, Einzelhandel und Energie gezeigt.
Sehr gut entwickelt habe sich in den letzten Jahren auch der russische Finanzsektor, so Tessen von Heydebreck, Mitglied des Vorstandes der Deutsche Bank AG. Die Reformen wie etwa die Einführung eines Einlagensicherungsfonds und die bevorstehende Anhebung des Mindestkapitals machen das Bankensystem in Russland sicherer. Der Finanzsektor wächst, bietet neue Produkte und zieht ausländisches Kapital an. Getragen vom wirtschaftlichen Wachstum und vom steigenden Pro-Kopf Einkommen wird diese positive Entwicklung weitergehen, so dass der Finanzsektor in Russland immer stärker eine zentrale Mittlerfunktion im Wirtschaftsleben einnehmen kann, sagte von Heydebreck.
"Aus der Sicht eines internationalen Handelsunternehmens hat die Öffnung Russlands für die moderne Massendistribution große Marktchancen eröffnet. Und die Entwicklung des Groß- und Einzelhandels in Russland hat sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht zu einer deutlichen Verbesserung der Versorgung für die russische Bevölkerung geführt, sagte Hans-Joachim Körber, Vorsitzender des Vorstandes der METRO AG.
Diese Entwicklung der modernen Handelsstruktur schreite in Russland mit hohem Tempo voran. Sie werde insbesondere durch die Konsumnachfrage einer immer größeren russischen Mittelschicht getragen. Die Erfahrungen anderer Transformationsgesellschaften belegten, dass mit den Fortschritten der wirtschaftlichen Entwicklung insbesondere auch die Bildung einer bürgerlichen Mittelschicht einhergehe.
Die deutsche Wirtschaft sollte ihre Chance nutzen, diesen Prozess in Russland konstruktiv durch die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen zu fördern", unterstrich Körber.
Zu den mehr als 4.000 Unternehmen aus Deutschland, die in Russland tätig sind, gehören überwiegend kleinere und mittlere Unternehmen. Viele Beispiele zeigen, wie erfolgreich deutsche Mittelständler auf dem russischen Markt sind.
Die deutsch-russischen Regierungskonsultationen werden sich vor allem den Themen Luft- und Raumfahrt, Hochtechnologie, Logistik/Transport, IT/TK und Energieeffizienz widmen. Hochrangige Wirtschaftsdelegationen aus beiden Ländern nehmen an den Konsultationen teil.
Quelle und Kontaktadresse:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Dr. Olga Wilde, Referentin, Strategische Kommunikation
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 20280, Telefax: (030) 20282566
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