Die Potenziale der Hauswirtschaft sind in der Pflegereform unverzichtbar / dlv-Präsidentin Brigitte Scherb und Vorstandsmitglied der BAG-HW Christina Hohmann-Schaub veröffentlichen ein gemeinsames Positionspapier zur Pflegereform
(Berlin) - Hauswirtschaftliches Fachwissen ist unverzichtbar und muss allen, die Pflege brauchen oder selbst pflegen zur Verfügung stehen. Ohne Hauwirtschaft ist die Pflegereform nur eine halbe Sache! Durch flächendeckende, einfach zugängliche hauswirtschaftliche Angebote kann Pflegebedürftigkeit vermieden oder hinausgezögert werden.
Für die Bundesarbeitsgemeinschaft der hauswirtschaftlichen Verbände und den Deutschen LandFrauenverband ist daher der vorliegende Entwurf des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes unzureichend. Denn das Gesetz sei leider nicht so angelegt, dass hauswirtschaftliches Know-how tatsächlich als Hilfe und Unterstützung bei alten und pflegebedürftiger Menschen ankommt, sind sich Brigitte Scherb und Christina Hohmann-Schaub einig.
Die moderne Hauswirtschaft ist alltags- und lebensweltbezogen. Als Profession steht sie in enger Kooperation mit anderen sozialen Berufen. Im Pflegealltag verschmelzen diese Tätigkeiten. Ernährung, Alltagsbegleitung und ein angenehmes Wohnumfeld sind genauso wichtig wie gute medizinisch-pflegerische Versorgung. Damit diese Ansätze der Hauswirtschaft den Betroffenen zugute kommen, müsse bezogen auf Pflegedienste und -einrichtungen der Fachkraftbegriff sowie die Verankerung einer leitenden hauswirtschaftlichen Fachkraft geprüft werden. In der Praxis haben viele Einrichtungen schon eine leitende hauswirtschaftliche Fachkraft eingesetzt. Die Erfahrungen zeigten, dass dies für die Erbringung bedarfs- und qualitätsgerechter Leistungen unverzichtbar ist. Es lohne sich aber auch aus ökonomischer Sicht.
Die hauswirtschaftlichen Verbände stellen sich den steigenden Anforderungen in der Altenhilfe insbesondere bei Ernährungsfragen und der Alltagsbegleitung. Um das Fachpotenzial einzubringen, müsse eine Fachkraftquote entwickelt und gesetzlich fixiert werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Veränderung des Lehrgangs für den hauswirtschaftliche Fortbildungsberuf Fachhauswirtschafter/in in Bayern. Die eingesetzten Fachhauswirtschafter/-in werden hier auf die Fachkraftquote der Pflege in alltags- und lebensweltbezogenen Demenzkonzepten angerechnet.
Die gemeinsamen Forderungen des Deutschen LandFrauenverbandes und der Bundesarbeitsgemeinschaft der hauswirtschaftlichen Verbände können von den Internetseiten herunter geladen werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Lilo Schön, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 284492910, Telefax: (030) 284492919
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