Pressemitteilung | Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands e.V. (bng)
Anzeige

Die Quadratur des Kreises - Präventionspolitik mit Widersprüchen

(Ulm) - Prävention und Früherkennung sind die wichtigsten Säulen einer zukunftsweisenden Gesundheitsversorgung, die zuallererst das Wohlergehen der Bevölkerung im Auge hat. Das hat auch die Politik erkannt und sich auf die Fahnen geschrieben. Doch zwischen wohlfeiler Rede und praktischer Gesetzgebung klafft ein Abgrund voller Widersprüche: Prävention soll vorangebracht werden, aber nur, wenn es weniger kostet.

In der Magen-Darm-Arzt-Praxis sind Prävention und Früherkennung das Kernanliegen der ambulanten Betreuung von Patienten. Ziel der Therapie von chronischen Erkrankungen des Verdauungssystems, insbesondere von Magen, Darm und Leber, sind das rechtzeitige Erkennen von viralen, entzündlichen und onkologischen Symptomen und deren Behandlung, um chronische Verläufe und schwerwiegende Krankheitsfolgen zu vermeiden.

„Wir sind darum bemüht, die Beschwerden unserer Patienten so gering wie möglich zu halten und ihnen so trotz schwerer und oft nicht heilbarer Erkrankung ein normales Alltagsleben zu ermöglichen“, betont Dr. Ulrich Tappe, der Verbandsvorsitzende der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Davon profitiert auch die Volkswirtschaft, denn letztlich bedeutet es die Reduzierung von Therapiekosten für fortgeschrittene Krankheitsverläufe, ein geringerer Bedarf für Krankenhausaufenthalte und weniger Arbeitsausfälle.“

Die Reformpolitik der Bundesregierung, die Prävention eigentlich stärken soll, bremst die behandelnden Ärzte faktisch jedoch aus. Bisher unbegrenzt finanzierte Vorsorgeleistungen sollen künftig begrenzt werden. Standen dem Magen-Darm-Arzt bisher Finanzmittel für durchschnittlich 883 Fälle pro Quartal zur Verfügung, sollen künftig nur noch die Kosten für durchschnittlich 800 Fälle pro Quartal übernommen werden. Wenn das Spargesetz kommt, wie es geplant ist, werden Magen-Darm-Ärzte künftig bundesweit insgesamt mehr als 400.000 Fälle wegen fehlender Finanzierung nicht mehr ambulant versorgen können.

Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands e.V. (bng), Holdergärten 13, 89081 Ulm, Telefon: 09421 88500

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige