Pressemitteilung | (DIHK) Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Digitalpolitik in der EU - das erwartet die Unternehmen 2022

(Berlin) - Die Digitalisierung verändert die europäische Wirtschaft tiefgreifend: Plattformbasierte Geschäftsmodelle dringen in immer weitere Bereiche der Wirtschaft vor und lassen neue Wertschöpfungssysteme entstehen. Daten spielen heute in vielen Unternehmen eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und führen zu neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Diese Veränderungen bieten neue Chancen für unternehmerisches Handeln und bedeuten ein enormes Wachstumspotenzial auch in Europa. Gleichzeitig bringen aktuelle Entwicklungen auch neue Herausforderungen mit sich.

Rechtsrahmen an das digitale Zeitalter anpassen

"Was offline gilt, soll auch online gelten!": Wie in der analogen Welt müssen auch in der digitalen Umgebung faire Regeln den Wettbewerb bestimmen. Die zunehmende Verbreitung digitaler Plattformen bringen neue und gesteigerte Anforderungen an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit mit sich. Die digitale Welt entwickelt sich mit enormer Geschwindigkeit weiter und macht keinen Halt an Landesgrenzen. Es braucht daher zumindest europaweit einheitliche Regeln, die mit diesem Tempo und den internationalen Entwicklungen Schritt halten. Für die europäischen Unternehmen ist dabei zugleich wichtig, dass sie in einem neuen Rahmen für die digitale Welt innovations- und wettbewerbsfähig bleiben können. Daher müssen diese Regelungen in der Praxis mit angemessenem Aufwand umgesetzt werden können.

Strengere Spielregeln aus Brüssel

Auf EU-Ebene werden aus diesem Grund derzeit zahlreiche richtungsweisende Gesetzesvorhaben mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen diskutiert. Während es beim "Digital Services Act" und beim "Digital Markets Act" vor allem darum geht, digitale Plattformen und Dienste stärker in die Verantwortung zu nehmen, soll ein neues "Gesetz über Künstliche Intelligenz" klare Spielregeln für den Einsatz von KI-Anwendungen schaffen. Ein weiteres Vorhaben, der sogenannte "Data Act", zielt auf eine bessere Nutzbarkeit und wirtschaftliche Verwertung von Daten ab. Dabei steht vor allem die Datennutzung zwischen Unternehmen (B2B) sowie zwischen Unternehmen und dem Staat (B2G) im Fokus. Außerdem soll die geplante "NIS 2.0-Richtlinie" ein hohes gemeinsames Maß an Cybersicherheit in der gesamten Europäischen Union sicherstellen.

Neue Pflichten für nahezu alle Unternehmen

Klar ist: Als Querschnittsthema betrifft Digitalisierung grenzüberschreitend Unternehmen jeglicher Größen und Branchen. Ganz gleich ob im Handel, im Tourismus, in der Industrie oder der Finanzwirtschaft - digitale Plattformen haben Einzug gehalten. Auch der Einsatz von KI ist für viele Wirtschaftsbereiche bedeutend, etwa in Personalabteilungen, in denen Bewerbungsunterlagen oftmals automatisiert ausgelesen und bewertet werden. Noch relevanter ist der KI-Einsatz in Produktionsprozessen, in der Logistik und weiteren wirtschaftsnahen Dienstleistungen: Für Unternehmen in Deutschland wird der Einsatz innovativer, digitaler Technologien immer wichtiger, um sich weiterhin im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Es ist daher für sie wichtig, sich frühzeitig mit den Auswirkungen geplanter Gesetzgebungsvorhaben auseinanderzusetzen und den Überblick zu behalten.

Wie Unternehmen den Überblick behalten

Orientierung für Betriebe bietet das DIHK-Onlinedossier zu Digitalthemen. Es liefert kurz und knapp eine Übersicht über relevante Gesetzgebungsverfahren, deren Auswirkungen und den aktuellen Verhandlungsstand. Der DIHK hat außerdem eine neue Reihe mit dem Titel "DIHK Durchblick Digital" ins Leben gerufen, die die Inhalte der Gesetzesvorhaben leicht, verständlich und praxisnah erklärt. Alle Informationen für den richtigen Durchblick finden Sie hier.

Quelle und Kontaktadresse:
(DIHK) Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. Pressestelle Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: (030) 203080, Fax: (030) 203081000

(mn)

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