Pressemitteilung | DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

DIHK unterstützt Maut-Verschiebung und warnt vor Chaos / Entscheidung überfällig - gegen ein "Augen zu und durch"

(Berlin) - Eine Verschiebung der Einführung der Lkw-Maut zum 31.08.2003 wird vom Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHK) befürwortet. Die massiven technischen Probleme bei der Mautumsetzung machten diese Entscheidung unumgänglich. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass unter den derzeitigen Umständen zum 15.08.2003 die erforderliche Betriebsgenehmigung erteilt werden könne.

So seien die ohnehin nur in zu geringer Anzahl produzierten On Board Units (OBUs) nur sehr zögerlich ausgeliefert worden. Damit gerieten die Servicepartner zunehmend in Kapazitätsengpässe und könnten einen Einbau aller Geräte bis zum 31.08.2003 nicht mehr gewährleisten. Massive Probleme gäbe es auch bei der Initialisierung der Geräte. Ferner würde ein Teil der Geräte aus anderen Gründen nicht funktionieren. Bemühungen der Werkstätten um Klärung der Probleme durch Toll Collect endeten meistens in der Warteschleife der überforderten Service-Hotline.

Auch die Einbuchung an den Terminals werde nach Auffassung des DIHK zu chaotischen Verhältnissen führen. So seien die Terminalkapazitäten an stark frequentierten Orten wie Grenzübergängen oder Fährhafen völlig unterdimensioniert. Aber auch an weniger stark frequentierten Terminals sei mit Problemen zu rechnen. In einigen Fällen stünden an solchen Standorten nur wenige oder sogar überhaupt keine Standplätze für Lkw zur Verfügung stehen. Massive Verkehrsbehinderungen seien damit zu befürchten.

Große Verärgerung bestehe auch bei Transportunternehmen in Süd-und Osteuropa, wo es - außer in Polen und Tschechien – keine autorisierten Servicepartner zum Einbau der OBUs gäbe. Diese Unternehmen fühlten sich zu Recht diskriminiert. Sie hätten kaum Möglichkeiten, ihre Fahrzeuge mit OBUs auszurüsten. Sie seien dadurch
gezwungen, sich manuell einzubuchen, was ihnen besonders schwer falle, da dort nur vier Sprachen angeboten würden.

Ein "Augen zu und durch" werde zu einem Chaos führen. Der Imageschaden wäre beträchtlich. Durch eine Verschiebung eröffne sich die Gelegenheit, die "Hausaufgaben" für eine reibungslose Einführung zu machen. Unverzichtbar sei dabei, dass für jeden Interessenten ausreichend funktionsfähige OBUs zur Verfügung stehen müssten und die Zahl der Terminals für die manuelle Einbuchung erhöht werde.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag ( DIHK ) Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: 030/203080, Telefax: 030/203081000

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