Pressemitteilung | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V. (DBfK)
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Disaster Nursing: Pflege als Schlüsselrolle im Krisenfall

(Berlin) - Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins hat deutlich gemacht, wie sensibel und verwundbar unsere kritische Infrastruktur ist – insbesondere im Gesundheits- und Pflegesystem. Das Ereignis hat eindrücklich gezeigt, wie unzureichend Pflege- und Gesundheitseinrichtungen auf solche Extremereignisse vorbereitet sind. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert deshalb: Pflegefachpersonen müssen zentral in die Krisenvorsorge eingebunden werden.

Vera Lux, Präsidentin des DBfK, betont hierzu: „Dass es in Pflegeeinrichtungen nicht zu schwerwiegenden Zwischenfällen gekommen ist, ist vor allem dem außergewöhnlichen Engagement der Pflegefachpersonen und anderer Gesundheitsberufe zu verdanken. Sie haben unter schwierigen Bedingungen Verantwortung übernommen und Versorgung sichergestellt – oft improvisierend, da Pflege strukturell im Krisen- und Katastrophenmanagement nicht hinreichend einbezogen wird.

Aus Sicht des DBfK ist klar: Pflegefachpersonen müssen systematisch und strukturiert auf Krisenereignisse vorbereitet werden. Dazu gehören das Vorhandensein und die sichere Kenntnis von Notfall- und Blackout-Plänen, regelmäßige Schulungen und Übungen, ausreichende Vorräte an Medikamenten, Verbrauchsmaterialien und Nahrung sowie die Fähigkeit zum ressourcenschonenden Arbeiten. Ebenso essenziell sind stromunabhängige Kommunikationswege, klare Zuständigkeiten und Befehlsketten sowie eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit mit weiteren medizinischen Berufen und dem Katastrophenschutz. Zudem benötigen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen dringend finanzielle und strukturelle Mittel, um sich angemessen auf solche Szenarien vorbereiten zu können. Gleichzeitig müssen die Kompetenzen von Pflegefachpersonen in der Krisen- und Katastrophenvorsorge endlich konsequent mitgedacht werden. Ohne die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen ist eine resiliente Vorbereitung auf zukünftige Extremereignisse nicht möglich.

„Was die berufliche Qualifikation und Kompetenzen im Krisenfall angeht, sind wir in Deutschland noch nicht so weit wie in anderen Ländern“, so Vera Lux. Die Erweiterung der Pflegekompetenzen, wie sie im Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) beschlossen wurden, das Anfang 2026 in Kraft getreten ist, sei hierbei ein wichtiger Schritt, damit Pflege im Ernstfall wirksam und selbstbestimmt handeln kann. „Der Stromausfall in Berlin war ein weiteres Warnsignal. Jetzt braucht es entschlossenes Handeln, um Pflege, Gesundheitssystem und Gesellschaft widerstandsfähiger zu machen.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V. (DBfK), Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: 030 219157-0

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