Pressemitteilung | Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)

DJV mahnt: Nicht auf Kreml-Lügen über Butscha hereinfallen

(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband mahnt die
Öffentlichkeit, nicht auf die Propagandalügen des Kreml über das
Massaker in der ukrainischen Kleinstadt Butscha hereinzufallen. Alle
bisher vorliegenden Erkenntnisse über den Massenmord, dem mehr als 300
Menschen zum Opfer gefallen sein dürften, legten russische Soldaten als
Täter nahe. Russische Spitzenpolitiker hingegen streiten das ab und
behaupten, ukrainische Kräfte hätten ihre eigenen Landsleute
umgebracht. Das wird unter anderem durch Satellitenaufnahmen eindeutig
widerlegt. DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall rät deshalb dazu, sich
in den journalistischen Medien zu informieren und nicht auf Fake News
der russischen Regierung hereinzufallen: "Das gilt insbesondere für
Social Media, wo sich auch die Kreml-Trolle austoben. Recherchierte
journalistische Informationen hingegen gibt es bei den Angeboten der
Nachrichtenportale." Ein Medienbericht koste weniger als ein Becher
Coffee to go.

Der DJV-Vorsitzende lobt in dem Zusammenhang den Umgang der meisten
deutschen Medien mit den Kriegsbildern aus Butscha und anderen Orten:
"Die Kolleginnen und Kollegen haben den Pressekodex verinnerlicht, der
uns im Interesse der Mediennutzer zu einem behutsamen Umgang mit
Kriegsbildern verpflichtet." Einerseits dürfe nicht die Sensation in
die Berichterstattung Einzug halten, andererseits dürften die
Gräueltaten nicht verschwiegen werden. Überall: "Das ist eine
journalistische Gratwanderung, die wir jeden Tag aufs Neue bewältigen
müssen." Aber das unterscheide den Qualitätsjournalismus von
Propaganda.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) Hendrik Zörner, Torstr. 49, 10119 Berlin Telefon: (030) 7262792-0, Fax: (030) 7262792-13

(mw)

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