DJV und dju kritisieren Mecom-Geschäftspolitik
(London) - Harte Kritik an der ausschließlichen Renditeorientierung der Mecom Group übten am heutigen Mittwoch (12. März 2008) die beiden deutschen Gewerkschaften DJV und dju in ver.di auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in London. "Die Unternehmensausrichtung auf Renditesteigerung hat nur noch wenig mit dem Produkt zu tun. Es wird vom Qualitätsjournalismus z.B. in der Berliner Zeitung gesprochen, aber faktisch werden die Arbeitsbedingungen verschlechtert", charakterisierte Michael Klehm vom DJV die Entwicklung im Berliner Verlag. "Die Ämterhäufung von Josef Depenbrock als Chefredakteur und Geschäftsführer der Berliner Zeitung ist nicht im Interesse der Redaktion. Ihre Bemühungen um einen hochwertigen Journalismus werden den finanziellen Zielen des Unternehmens untergeordnet", kommentierte Renate Gensch für den Bundesvorstand der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di. "Mecom verfolgt das gleiche Modell der Ämterhäufung in Dänemark. Die Folge wird auch dort ein anhaltender Sparkurs sein", befürchtet Gensch.
Mecom veröffentlicht am 13. März 2008 in London seine Zahlen für das Jahr 2007. Es ist damit zu rechnen, dass die Gesellschaft erstmalig einen Gewinn vermelden wird und dass es zu einer Dividenden-Ausschüttung an die Aktionäre kommt. "Wie das Beispiel der niederländischen Mecom-Gesellschaft MGL zeigt, liegt das Problem in der Shareholder-Ausrichtung der Mecom Group. Dort erwartet man in 2008 eine EBITA-Rendite von über 35 Prozent und schmeißt über 70 Mitarbeiter heraus, davon 15 Redakteure", empört sich Holger Artus, ver.di-Vorsitzender Norddeutschland für den Bereich Medien.
Mecom ist eine an der Londoner Börse (AIM) notierte Aktiengesellschaft und eines der größten europäischen Zeitungsunternehmen mit ca. 12.000 Mitarbeitern in fünf europäischen Ländern. Vorsitzender der Mecom Group plc. ist David Montgomery, der die Gesellschaft gegründet hat.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)
Hendrik Zörner, Pressesprecher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressehaus 2107, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7262792-0, Telefax: (030) 7262792-13
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