Pressemitteilung | Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG)
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DKG ZUR KREBSSTATISTIK: Eine bessere Prävention ist der Schlüssel zu weniger Todesfällen

(Berlin) - Anlässlich der neuesten Daten aus dem Statistischen Bundesamt zu Krebserkrankungen und -behandlungen in Deutschland fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik hin zu mehr Prävention ein. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG Dr. Gerald Gaß:

„Das Statistische Bundesamt vermeldet für 2024 weniger Krebstote aber mehr Krebsbehandlungen als im Vorjahr. Dass weniger Menschen an Krebs sterben, ist eine gute Nachricht. Dass es dennoch mehr Behandlungen gab, beweist den medizinischen Fortschritt und die gute Arbeit in deutschen Krankenhäusern sowie die Wirksamkeit verstärkter Früherkennung und immer besserer Arzneimittel. Alles das rettet immer mehr Menschen das Leben. Dennoch bleibt Krebs die Todesursache Nummer Eins. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass ein großer Teil dieser Erkrankungen und Todesfälle vermeidbar wäre. Lungenkrebs bleibt die häufigste tödliche Krebsart. Lungenkrebserkrankungen sind weitgehend durch Verzicht auf Rauchen vermeidbar. Zahlreiche Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass es ein besonders wirksames Mittel zur Tabakprävention gibt: Preiserhöhungen. Wir appellieren an den Gesetzgeber, die Vorschläge zur Erhöhung der Tabaksteuer aufzugreifen und sie wirksam umzusetzen. Wirksam bedeutet auch, auf die Tabaksteuererhöhungen nach Salamitaktik wie in den vergangenen Jahren zu verzichten. Wer Menschen wirklich von der Nikotinsucht befreien möchte, muss diese Steuer mit einem Mal spürbar und im Portemonnaie bemerkbar erhöhen. Tabakprävention bedeutet aber auch, Rauchen gesellschaftlich zu ächten. Deutschland gehört in dieser Hinsicht zu den Schlusslichtern in Europa: Rauchverbote werden nicht durchgesetzt oder existieren erst gar nicht, Tabakprodukte sind ständig und überall verfügbar. Automaten und offene Tabakregale an Supermarktkassen machen es Aufhörwilligen denkbar schwer, die Sucht hinter sich zu lassen. Dabei reicht ein Blick ins europäische Ausland: Neben Steuererhöhungen wirken Beschränkung der Verfügbarkeit, konsequente Rauchverbote auf öffentlichen Plätzen, in der Nähe von Schulen und Gesundheitseinrichtungen und in der Gastronomie oder nur besonders hässliche und schmucklose Einheitsverpackungen. Aber auch die weiteren Krebserkrankungen, die die Sterbestatistik anführen, wären in großen Teilen mit Prävention und gesetzlicher Regulierung vermeidbar. Auf dem zweiten Platz der Statistik folgt Darmkrebs – eine Krankheit, die in großen Teilen ungesunde Ernährung, Alkohol und Bewegungsmangel verursachen. In wenigen anderen europäischen Ländern ist Alkohol so billig und verfügbar wie in Deutschland. Lebensmittelkonsum ließe sich ebenfalls durch Ausdifferenzierung der Mehrwertsteuer beeinflussen. Warum nicht besonders gesunde Lebensmittel – Gemüse, Obst, pflanzliche Fette, Vollkornprodukte und anderes – mit null Prozent besteuern, und Zucker, tierische Fette und ähnlich Ungesundes höher belasten?

Wir führen seit Monaten eine recht ziellose Debatte über die GKV-Beiträge. Neben Scheinargumenten und viel Populismus haben die Akteure bislang nicht viel mehr als bloße Kürzungsvorschläge auf den Tisch gelegt. Aus der Beitragserhöhungsspirale und den allein schon demografisch bedingten Kostensteigerungen für unser Gesundheitssystem kommen wir aber nur heraus, wenn wir Behandlungen von Anfang an vermeiden. Die deutsche Politik muss dieses Problem jetzt unverzüglich angehen und darf keine Zeit mehr verlieren. Denn klar ist auch, dass Prävention nicht umgehend wirkt, Beitragszahlende und Gesundheitssystem aber mittel- und langfristig spürbar entlasten kann.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), Joachim Odenbach, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wegelystr. 3, 10623 Berlin, Telefon: 030 39801-0

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