Pressemitteilung | Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)

Drechsler: "Arbeitslose müssen gezielter gefördert werden / Leistungsausweitungen bei Hartz IV sind das falsche Signal, um Arbeitslose zurück in Arbeit zu bringen / Über 3.000 offene Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit in Südhessen

(Darmstadt) - Der massive Wintereinbruch hat in Südhessen die Zahl der Arbeitslosen im Januar deutlich erhöht. Trotz des für die Jahreszeit üblichen Anstiegs konnte mit Hilfe umfangreicher Beschäftigungssicherungsmaßnahmen von Unternehmen und Arbeitsverwaltung der Arbeitsmarkt stabilisiert werden. "Wie von Eis gelähmt und festgefahren wirkt die Politik allerdings bezüglich der strukturellen Probleme des deutschen Arbeitsmarktes, denn Deutschland hat unter allen Industriestaaten den höchsten Anteil bei den Langzeitarbeitslosen", erklärte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V., Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Besonderer Handlungsbedarf bestehe beim Arbeitslosengeld II. Denn rund zwei Drittel der Arbeitslosen bezögen diese steuerfinanzierte Fürsorgeleistung. Die von gut meinenden Wohlfahrtsanhängern geforderte pauschale Erhöhung von Arbeitslosengeld II würde jedoch keinen einzigen Arbeitslosen zurück in Arbeit bringen, sondern die Arbeitslosigkeit noch weiter zementieren.

"Die überwältigende Mehrheit der arbeitslosen Menschen will arbeiten. Nichts wäre schädlicher, als sie mit überhöhten Sozialtransfers dauerhaft im Arbeitslosengeld-II-Bezug einzusperren, weil sich die Aufnahme einer regulären Beschäftigung nicht lohnt", erklärte Drechsler. Deshalb müssten die Hinzuverdienstregelungen darauf ausgerichtet werden, möglichst eine Vollzeittätigkeit aufzunehmen.

Ersatzlos gestrichen werden müssten die leistungsfeindlichen Zuschläge, die nach Arbeitslosengeldbezug zusätzlich zum Arbeitslosengeld II bis ins vierte Jahr der Arbeitslosigkeit bezahlt werden.
"Wer statt der dringend notwendigen Reform von Hartz IV eine populistische Leistungsausweitung verlangt, ist auf einem gefährlichen Kurs, der noch mehr Menschen in die dauerhafte Abhängigkeit von Arbeitslosengeld II" führt, erklärte Drechsler.

Südhessenweit gibt es eine beachtliche Zahl offener Stellen am ersten Arbeitsmarkt, die zu weniger als der Hälfte bei der Bundesagentur für Arbeit (in Südhessen derzeit über 3.000) gemeldet sind.

Für jeden engagiert Arbeitsuchenden bietet sich damit bei der erforderlichen regionalen und beruflichen Mobilität ein breites Feld von Chancen. Über die Vermittlungsmöglichkeiten der Arbeitsagenturen hinaus, sollte deshalb jeder, der Arbeit sucht, auch andere Quellen intensiv ausschöpfen: Von Zeitungsannoncen über Stellenbörsen im Internet bis hin zu privaten Arbeitsvermittlern.

Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen Pressestelle Adelungstr. 32, 64283 Darmstadt Telefon: (06151) 2985-0, Telefax: (06151) 2985-20

(mk)

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