Drei Jahre Red Farmer Online-Portal / Digitales Netzwerk zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr wächst weiter
(Mainz) - Seit drei Jahren verbindet das Red Farmer Online-Portal Landwirtschaft, Weinbau und Feuerwehren miteinander. Das ursprünglich in der Südpfalz gestartete Projekt hat sich in dieser Zeit zu einem überregionalen Netzwerk entwickelt. Ziel ist es, Feuerwehren bei Wald- und Vegetationsbränden sowie bei anderen größeren Schadenslagen schnell und unkompliziert durch geeignete landwirtschaftliche Fahrzeuge, Wassertransportkapazitäten und Spezialgeräte zu unterstützen.
Die Idee zu Red Farmer entstand im Jahr 2022, inspiriert durch ein Projekt des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Spessart. Gerade bei Wald- und Flächenbränden in schwer zugänglichem Gelände stehen die Feuerwehren häufig vor der Herausforderung, ausreichend Löschwasser und geeignete Großgeräte an die Einsatzstelle zu bringen. Landwirtschaftliche Betriebe verfügen oftmals über genau die Technik, die in solchen Situationen benötigt wird – beispielsweise Traktoren, Wasser- und Güllefässer, Grubber, Pflüge, Tankwagen oder Drohnen.
Um diese Unterstützung im Einsatzfall besser koordinieren zu können, wurde 2023 das Red Farmer Online-Portal eingerichtet. Landwirte, Winzer und Lohnunternehmen können sich unter www.redfarmer.eu registrieren und dort die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und Geräte mit dem jeweiligen Standort hinterlegen. Registrierte Feuerwehren können die eingetragenen Ressourcen in ihrem Einsatz- oder Abfragegebiet anzeigen lassen und bei Bedarf direkt Kontakt mit den teilnehmenden Betrieben aufnehmen.
Was zunächst in der Südpfalz und in Rheinland-Pfalz begann, wurde in den vergangenen Jahren auch auf weitere Bundesländer übertragen. Nach der Einführung in Bayern wurde die Red-Farmer-Initiative nun ebenfalls in Schleswig-Holstein etabliert. Die Umsetzung erfolgt dort mit Unterstützung des Feuerwehrverbandes Schleswig-Holstein und des dortigen Bauernverbandes.
Neue Funktionen für eine noch gezieltere Einsatzplanung
Im vergangenen Jahr wurde das Online-Portal technisch und organisatorisch weiterentwickelt. Eine neu eingerichtete Filterfunktion ermöglicht es den Feuerwehren, gezielt nach bestimmten Fahrzeugen, Geräten und Einsatzmitteln zu suchen. Damit können beispielsweise Wasserfässer, Zugmaschinen, Bodenbearbeitungsgeräte oder Drohnen schnell und übersichtlich ausgewählt werden.
Darüber hinaus wurde eine Exportfunktion ergänzt. Suchergebnisse und benötigte Informationen können dadurch aus dem Portal ausgegeben und für die weitere Einsatzplanung, Vorbereitung oder Dokumentation genutzt werden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die regelmäßige Aktualisierung der hinterlegten Daten. Nach zwölf Monaten werden die registrierten Betriebe aufgefordert, ihre Angaben zu überprüfen und zu bestätigen beziehungsweise zu aktualisieren. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Feuerwehren im Einsatzfall auf möglichst aktuelle und verlässliche Kontaktdaten sowie Angaben zu den verfügbaren Maschinen und Geräten zurückgreifen können.
Neu ist außerdem die Möglichkeit, mehrere Feuerwehr-Accounts miteinander zu verknüpfen. Dadurch können benachbarte Feuerwehren, überörtliche Einheiten oder Leitstellen ein gemeinsames und größeres Abfragegebiet abbilden. Gerade bei großflächigen Vegetationsbränden oder überregionalen Schadenslagen können so verfügbare landwirtschaftliche Ressourcen über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg schneller gefunden und koordiniert werden.
Starke Partner unterstützen die Weiterentwicklung
Die Weiterentwicklung des Projektes wird inzwischen auch durch neue Sponsoren unterstützt. Mit der Firma Fendt sowie der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau konnten zwei starke Partner gewonnen werden, die die Ziele von Red Farmer und die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr fördern.
Diese Unterstützung trägt dazu bei, das Netzwerk weiter bekannt zu machen, neue Regionen einzubinden und die technische Weiterentwicklung des Online-Portals voranzutreiben. Denn der dauerhafte Betrieb, die Pflege und die Erweiterung einer solchen Plattform sind nur mit verlässlichen Partnern und ausreichenden finanziellen Mitteln möglich.
Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre zeigen, dass ein großer Bedarf an einer schnellen und strukturierten Vernetzung zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr besteht. Zahlreiche Anfragen aus unterschiedlichen Regionen und die positive Resonanz von Feuerwehren, landwirtschaftlichen Betrieben, Verbänden, Politik und Medien bestätigen den eingeschlagenen Weg.
Red Farmer versteht sich dabei als ergänzendes Angebot für die Feuerwehren. Das Online-Portal ersetzt keine bestehenden Alarmierungs- und Einsatzstrukturen. Es schafft jedoch die Möglichkeit, im Bedarfsfall schnell auf zusätzliches, an die jeweilige Lage angepasstes Gerät aus Landwirtschaft und Weinbau zurückzugreifen.
Auch in Zukunft soll das Netzwerk weiterwachsen. Gesucht werden deshalb weitere Landwirte, Winzer, Lohnunternehmen und Feuerwehren, die sich registrieren und Teil des Projektes werden möchten. Gemeinsam soll die Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz weiter gestärkt werden – getreu dem Red-Farmer-Motto: „Wir helfen den Helfern“.
Aktuell stehen bundesweit Betriebe aus Landwirtschaft und Weinbau mit fast 1000 Maschinen für den Ernstfall bereit. Damit die Erfolgsgeschichte weitergeht bedarf es weiterhin finanzielle Mittel um das Online-Portal weiter zu entwickeln und auszubauen. Jede Unterstützung ist willkommen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV-RLP), Weberstr. 9, 55130 Mainz, Telefon: 06131 62051
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