Durchbruch bei Verhandlungen der UN-Naturschutzkonferenz steht noch aus / Tschimpke: Staatschefs müssen Knoten durchschlagen
(Bonn) - Einen Tag vor Beginn des Ministersegments auf der in Bonn tagenden neunten UN-Naturschutzkonferenz hat der NABU eine ernüchternde Zwischenbilanz gezogen. In den wesentlichen Fragen der Verhandlungen konnten kaum Fortschritte erreicht werden. So ist das weltweite Artensterben nicht zu stoppen, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Trotz des anhaltenden Verlustes der biologischen Vielfalt überwiege das klein-klein die Verhandlungen. Die verantwortlichen Staatschefs und Minister müssen spätestens zum Start des Ministersegments am Mittwoch (28. Mai 2008) einen erneuten Anlauf unternehmen, um die festgefahrenen Verhandlungen vor dem drohenden Scheitern zu bewahren, forderte Tschimpke.
Ziel der Konvention ist unter anderem der Aufbau eines globalen Schutzgebietsnetzes an Land bis 2010 und in den Meeren bis 2012. Nur so könne dem globalen Artensterben wirksam begegnet werden, so der NABU.
Von diesem Ziel sind wir derzeit noch meilenweit entfernt, betonte Tschimpke. Hintergrund seien in erster Linie die fehlenden Finanzmittel und offene Fragen bei der Einbindung indigener Völker in das Schutzgebietsmanagement. Seit vier Jahren sei klar, dass für die Finanzierung der Schutzgebiete etwa 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr benötigt werden.
Es ist skandalös, dass hier ausgerechnet reiche Staaten wie Großbritannien, Italien und Japan jeglichen Fortschritt blockieren, so der NABU-Präsident. Japan richtet 2010 die zehnte Vertragsstaatenkonferenz aus. Dort wird dann Bilanz gezogen, ob das Artensterben tatsächlich reduziert werden konnte. Ausgerechnet Japan als Gastgeber der nächsten Weltnaturschutzkonferenz bereitet derzeit in Bonn den Tod der Konvention vor, so Tschimpke.
Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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