Ehrenamtliches Engagement mit den Potenzialen von Genossenschaften verknüpfen
(Berlin) - Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2008 erklärt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes e.V. (dlv):
In Zeiten leerer Kassen wird allerorts die Bedeutung des Ehrenamtes hervorgehoben. Ehrenamtlich Engagierte, wie die ca. 500 000 LandFrauen, erfüllen für unsere Gesellschaft in der Tat eine unentbehrliche Aufgabe. Jedoch eines muss in diesem Zusammenhang auch klar sein: Der Staat kann sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Ehrenamtliches Engagement kann keinesfalls die wegbrechende Infrastruktur der ländlichen Räume ersetzen. Vielmehr muss der Staat seiner Verantwortung zur Daseinsvorsorge nachkommen und darüber hinaus Rahmenbedingungen schaffen, die den Nutzen ehrenamtlichen Engagements mehren.
Die Organisationsform der Genossenschaft ist bestens geeignet, den Potenzialen des Ehrenamtes einen Handlungsrahmen zu geben. Der Kern genossenschaftlichen Handelns ist die solidarische Problemlösung, die die Interessen der Beteiligten Menschen in den Fokus stellt. Insbesondere im ländlichen Raum kann durch die Bildung von Genossenschaften Infrastruktur erhalten werden. Vielerorts werden heute schon Dorfläden durch Genossenschaften betrieben. Einwohner übernehmen Freizeit- und Bildungseinrichtungen, regeln gemeinsam die Energieversorgung der Gemeinden oder bauen sich einen alternativen Zugang zum Breitbandnetz auf. Als Genossenschaftsmitglieder sind sie Kunden und Eigentümer, Nachfrager und Anbieter in einem - eine ideale Konstellation für eine hohe Nutzens- und Lösungsorientierung.
Auf Grund dieser wertvollen Gestaltungsmöglichkeiten für das ehrenamtliche Engagement muss das Genossenschaftsrecht weiter novelliert werden. Die wichtigsten Reformen sind:
1. die Verbesserung der Informationen über die Gründung von Genossenschaften, das schließt die Möglichkeit einer kostenlosen Rechtsberatung für Vereine und Initiativen ein
2. die Regelung des Zuganges zu Fördermitteln, bisher ist dies für Genossenschaften nicht in allen Förderrichtlinien erfolgt
3. Bürokratieabbau insbesondere bei den Pflichtprüfungen für "Kleine Genossenschaften"
Werden diese Hürden aus dem Weg geräumt, können Genossenschaften ihr Potenzial entfalten. Die daraus erwachsenen Entwicklungschancen für ehrenamtliches Engagement und den ländlichen Raum müssen genutzt werden.
Das Positionspapier zu Genossenschaften ist im Internet unter www.LandFrauen.info/Positionen zu finden.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Lilo Schön, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 284492910, Telefax: (030) 284492919
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