Einbruch auf Sekundärrohstoffmärkten gefährdet Wirtschaftlichkeit der Recyclinganlagen für Elektronikschrott
(Berlin) - In einer gemeinsamen Erklärung weisen der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe e.V. und der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. auf die schwierige Lage für das Elektronikschrottrecycling in Deutschland hin.
Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise haben über den Weg der Sekundärrohstoffmärkte die Entsorgungswirtschaft endgültig erreicht. Der immense Preisrutsch bei den Erlösen für Eisenschrott und NE-Metalle setzt das Recycling von Elektronikschrott nochmals massiv unter Druck. Für die im Elektronikschrottbereich relevanten Schrottsorten haben sich die Preise innerhalb kürzester Zeit gedrittelt. Für andere Materialien wie Kunststoffe und Bildröhrenglas gibt es inzwischen enorme Absatzschwierigkeiten.
Ohnehin hat sich die Marktsituation mit Einführung des ElektroG verschärft. Die Unternehmen kämpfen seitdem mit Qualitätsproblemen in der Erfassung, die zusätzlich auf die Wertstofferlöse drücken. Hinzu kommen Kostensteigerungen bei Transport und mechanischer Aufbereitung.
Die durch die Einführung der Produktverantwortung für Elektronik-Altgeräte ausgelöste Marktkonzentration drängte die Demontageanlagen nahezu in den Grenzkostenbereich. Der kurzfristige und in diesem Ausmaß unvorhersehbare Einbruch der Gewinne für vermarktungsfähige Fraktionen hat das Fass nun zum Überlaufen gebracht.
Eine kurzfristige Besserung auf den Sekundärrohstoffmärkten ist derzeit nicht absehbar. Im Gegenteil, zurückfahrende Produktionen in der Stahl- und Gießereiindustrie lassen erwarten, dass die Vermarktung der Sekundärrohstoffe weiterhin sehr angespannt bleibt. So kürzt ArcelorMittal, der größte Stahlproduzent der Welt, seine Produktion derzeit um bis zu 35 Prozent.
Anpassungen bei Herstellerverträgen werden notwendig sein müssen, um die Wirtschaftlichkeit der Recyclingbetriebe aufrechtzuerhalten. In diesem Zusammenhang sollten produktverantwortliche Hersteller und Recyclingwirtschaft jetzt gemeinsam in die Zukunft blicken, um das Gesamtsystem des Elektronikschrottrecyclings mit seiner hohen Vielfalt mittelständischer Partner weiterhin stabil zu halten.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (BDE)
Karsten Hintzmann, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Behrenstr. 29, 10117 Berlin
Telefon: (030) 5900335-0, Telefax: (030) 5900335-99
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