Pressemitteilung | ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie
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Elektroinstallations-Industrie übersteht Krise besser als andere Branchen

(Frankfurt am Main) - Die deutschen Hersteller klassischer Elektroinstallationstechnik für Gebäude sind mit einem Umsatzminus von zehn Prozent auf 3,13 Mrd. Euro im Jahr 2009 besser durch die Krise gekommen, als die Elektroindustrie insgesamt mit minus 20 Prozent. Im Inland konnte der Vorjahresumsatz fast gehalten werden, berichtete Godehardt Schneider, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Installationsgeräte und -systeme auf der Frankfurter Messe Light+Building. Das Exportgeschäft war jedoch stark rückläufig mit bis zu minus 40 Prozent, beispielsweise mit Spanien. Vor allem mit Hilfe von Überstundenabbau und Kurzarbeit ist es den 160 Unternehmen in Deutschland gelungen, die Zahl der Arbeitsplätze von rund 50.000 konstant zu halten.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Wachstum vom Export getragen wurde, wirkte 2009 das Inlandsgeschäft stabilisierend. Schneider sieht dafür mehrere Ursachen: Ab Herbst 2009 zeigte das bundesdeutsche Konjunkturpaket Wirkung. Insbesondere die Gebäuderenovierung sei zur Konjunkturlokomotive geworden. Hinzu kommt die Installation von rund 200.000 Solaranlagen. Auch das gestiegene Energiebewusstsein habe die Nachfrage beispielsweise bei Zeitschalttechnik und Bewegungsmeldern beflügelt und im Zweckbau bei Gebäudeautomation.

"Insgesamt schaut die Branche in Deutschland verhalten optimistisch in die Zukunft", resümierte Schneider. "Drei Prozent Wachstum auf dem niedrigen Niveau von 2009 scheinen erreichbar."

Energieeffizienz braucht förderliche Rahmenbedingungen

Unzufrieden zeigte sich Schneider mit den politischen Rahmenbedingungen insbesondere im Bereich Energieeffizienz. Immer noch werde zu viel Energie verschwendet. In Lücken der Energieeinsparverordnung EnEV sieht er eine Ursache dafür. Die Gebäudeautomatisierung werde komplett ausgeblendet. Dass durch Kopplung von Beleuchtung, Klimatisierung, Beschattung etc. bis zu 30 Prozent Energieeinsparung möglich ist, belegen erste Zwischenergebnisse einer Studie der Hochschule Biberach im Auftrag des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Im Bereich der Privathäuser fordert Schneider als Schritt zu Stromverbrauchs-Transparenz die beschleunigte Einführung von intelligenten Zählern, den so genannten 'Smart Metern'.

Auch müsse es ermöglicht werden, Energieeinsparinvestitionen an die Mieter - die eigentlichen Nutznießer solcher Investitionen - weiterzugeben: "Nur wer selbst den Nutzen hat, investiert auch."

Generell macht Energieeinsparung meist einen verstärkten Einsatz von Elektrotechnik und Elektronik erforderlich. Schneider betonte: "Die LED-Beleuchtung, regenerative Energieerzeugung und Energieverbrauchsvisualisierung mit Hilfe intelligenter Zähler treiben die Entwicklung voran. Das Nullenergiehaus ist machbar. Die dafür nötigen Produkte sind heute schon vorhanden und sogar die Vision vom 'Plusenergiehaus' ist mithilfe von Elektrotechnik realisierbar."

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) Pressestelle Lyoner Str. 9, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6302-0, Telefax: (069) 6302-317

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