Pressemitteilung | (vzbv) Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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Energiedebatte ja - Atomkraft nein / vzbv fordert Umsetzung des Koalitionsvertrages

(Berlin) - Als überflüssig und innovationsfeindlich bezeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Debatte über eine Zukunft der Atomenergie. "Wir brauchen keine neue Diskussion über die Atomenergie, sondern einen konsequenten Einstieg in eine Energiepolitik jenseits von Öl, Gas und Atom", fordert Dr. Holger Krawinkel, Fachbereichsleiter des vzbv. Die stark gestiegenen Strom- und Gaspreise, die Rekordpreise bei Heizöl und Benzin und der aktuelle Konflikt um Gaslieferungen aus Russland verlangten die Umsetzung der Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag. Eine Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken sei innovationsfeindlich und bedeute ein Ausbremsen von Zukunftstechnologien.

Die von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos entfachte Atomdebatte werde sich nach Ansicht des vzbv als "paradoxe Intervention" herausstellen. "Die Verbraucher wollen nicht länger den großen Energiekonzernen ausgeliefert sein, sondern ihre Anbieter frei wählen, Solarenergie und beispielsweise Holzfeuerungen nutzen und Energie sparen", so Krawinkel. Um dies zu erreichen, müssten die im Koalitionsvertrag genannten Ziele umgesetzt statt angezweifelt werden. Da heißt es unter anderem: "Wettbewerb nach innen und außen entfachen", "Marktpotentiale erneuerbarer Energien auch im Wärmebereich erschließen" oder "das riesige Potenzial zur wirtschaftlichen Energieeinsparung nutzen".

"Energiepolitik muss von der Ladentheke aus gedacht werden", formuliert Holger Krawinkel die Verbraucherperspektive. Dazu gehört mehr Transparenz beim Energiebedarf von Wohnungen und Häusern sowie bei energieverbrauchenden Geräten und Autos. "Wo höchste Energieeffizienz drin ist, muss "A" draufstehen." Die am wenigsten effizienten Geräte und Autos müssten über kurz oder lang vom Markt genommen, schlechte Gebäude saniert werden. Alleine der Verzicht auf den überflüssigen Standby-Betrieb von Haushaltsgeräten würde den Betrieb von zwei Atomkraftwerken überflüssig machen. Die Energiekunden hätten es bei Neuinvestitionen selber in der Hand, vom passiven Nutzer zum Energieprozenten zu werden. "Mehr Eigenverantwortung beim Verbraucher setzt jedoch mehr Handlungsmöglichkeiten voraus", so der vzbv. Die Konzentration auf russische Gashähne und deutsche Atomreaktoren verenge die Sichtweise und werde weder der Breite der energiepolitischen Herausforderungen, noch den bereits vorhandenen Chancen gerecht.

Erstmals überstieg im Jahr 2005 die installierte Leistung durch Solarstromanlagen die Grenze von 1000 MW. Die Anzahl der Holzheizungen hat sich 2005 auf inzwischen 40.000 verdoppelt. Neue ernergieeffiziente Häuser brauchen nur ein Zehntel der Energie verglichen mit dem heutigen Durchschnitt.

Erneuerbare Energien sind nicht nur ein Wachstums-, sondern auch ein zukunftsträchtiger Arbeitsmarkt: In den vergangenen Jahren sind im Bereich der Erneuerbaren Energien rund 130.000 Arbeitsplätze geschaffen worden. "Wir haben derzeit nicht viele Technologien und Wachstumsbranchen, in denen wir weltweit an der Spitze stehen und die dauerhaft Arbeitsplätze schaffen. Hier dürfen wir nicht durch einen Aufschub des Atomausstiegs an Boden verlieren."

Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Carel Mohn, Pressesprecher, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin Telefon: (030) 258000, Telefax: (030) 25800218

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