Energieeffizienz: Handwerk mit hohem Maß an Fachkompetenz
(Stuttgart) - Der durch den Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) und das Umweltministerium entwickelte Energiesparcheck habe sich zu einem der erfolgreichsten Projekte zur Förderung der Gebäudeenergieeffizienz in Deutschland entwickelt. Darauf wies BWHT-Hauptgeschäftsführer Hartmut Richter heute (12. Februar) in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Unweltministerin Tanja Gönner hin.
Das Thema Energieeffizienz sei dem Handwerk auf den Leib geschrieben, sagte Richter. Das Handwerk sei auf individuelle Lösungen spezialisiert und gehe dabei sparsam mit Ressourcen um. Seit 1999 haben Energiespar-Checker aus dem Handwerk mehr als 31.000 vom Umweltministerium finanziell geförderte Energieberatungen durchgeführt. Hinzu kam eine Vielzahl von Beratungen, die ohne Förderung abgewickelt wurden. Richter: Um diese Leistung vollbringen zu können musste im Handwerk vor allem in die zusätzliche Qualifikation der als Energieberater tätigen Handwerksmeister ganz erheblich investiert werden. Die energetisch relevante Kompetenz der einzelnen Meister in ihrem jeweiligen Fachgebiet musste um die energierelevanten Kompetenzbereiche erweitert werden, die normalerweise zum Berufsbild anderer Handwerksgruppen gehören. Das Ergebnis waren dann Energiecheckberater, die zur ganzheitlichen Analyse der energetischen Situation von Gebäuden in der Lage waren, erläuterte Richter weiter. Mehr als 1.800 Handwerksmeister haben bisher diese Qualifikation erworben. Mit der Einführung des Energieausweises werde eine Neustrukturierung notwendig, die das Angebot des Handwerks weiter steigern werde. Die mit einer förmlichen Kammerprüfung abschließende Ausbildung zum Gebäudeenergieberater haben zwischenzeitlich mehr als 650 der Energiecheckberater absolviert. Die Lehrgänge seien voll, betonte Richter. Sie würden nicht nur von Handwerksmeistern sondern auch von Angehörigen anderer Berufsgruppen, insbesondere Architekten und Ingenieuren besucht.
Das Handwerk will auch in Zukunft das Thema Energieeffizienz nachdrücklich im öffentlichen Bewusstsein verankern. Dazu habe der Handwerkstag, so Richter, gemeinsam mit der EnBW zwei große Portale mit nützlichen Informationen und Serviceleistungen geschaffen. Das Portal www.gebaeudeenergieausweis-bw.de kläre darüber auf, wann und wo welcher Ausweis benötigt werde oder wo weiterhin der Energiesparcheck Sinn mache. Gleichzeitig liste eine umfangreiche Datenbank alle Fachleute auf, die befugt sind diese Ausweise auszustellen. Der Rat suchende Gebäudeeigentümer könne dort auch erkennen, auf welcher Qualifikationsbasis diese Beratungsleistungen angeboten werden. Das zweite Portal www.energiesparfoerderung-bw.de zeige die zahlreichen Möglichkeiten bei der Finanzierung von energieorientierten Maßnahmen über die Programme auf der Bundes-, Landesebene bis zur- und kommunalen Ebene auf. Das von der EnBW mit der Pflege dieser Datenbank betraute Unternehmen garantiere eine laufende Aktualisierung der Förderkulisse. Beide Portale würden nicht nur von EnBW und Handwerkstag getragen, sondern auch von zahlreichen anderen Gruppierungen wie zum Beispiel der Klima- und Energieschutzagentur Baden-Württemberg sowie vielen regionalen Initiativen und Agenturen unterstützt.
Natürlich lägen diese Aktivitäten des Handwerks auch im betriebswirtschaftlichen Interesse der Betriebe, betonte Richter. Bisher habe jede dritte Beratung zu Folgeaufträgen geführt und damit zur Stärkung des in den vergangenen Jahren stark schwächelnden Baumarktes beigetragen.
Kritik äußerte Richter an den zwei möglichen Varianten des Energieausweises. Der so genannte bedarfsorientierte Ausweis setze eine exakte Analyse der bautechnischen Struktur des Gebäudes voraus. Auf Grund einer solchen Analyse könnten passgenaue Vorschläge zur Verbesserung der energetischen Situation gemacht werden. Die verbrauchsorientierte Variante dagegen stütze sich allein auf die Verbrauchswerte für die Heizung und Warmwasser. Das Ergebnis hänge davon ab, wie das Gebäude in der jeweiligen Heizperiode tatsächlich genutzt wurde und könne deshalb völlig in die Irre führen. Der Handwerkstag halte die Zulassung der verbrauchsorientierten Gutachten für eine Fehlentscheidung der Politik.
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT)
Eva Hauser, Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart
Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100
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