Energiewende im Wohnquartier: TH Köln liefert Blaupause für Quartierspeicher / Die Umsetzung scheitert an regulatorischen Hürden
(Köln/Aachen) - Strom dort nutzen, wo er entsteht: Was technisch längst möglich ist, scheitert in Deutschland oft an rechtlichen Hürden. Das zeigt das von der DBU geförderte Forschungsprojekt „Quartierspeicher für eine Klimaschutzsiedlung“ der TH Köln. Demnach steigert die gemeinschaftliche Nutzung von Stromspeichern in Wohnquartieren Effizienz und Klimafreundlichkeit deutlich – wird jedoch durch die aktuelle Gesetzeslage erheblich ausgebremst.
Großes Potenzial, geringe Umsetzungschancen
In Bergneustadt untersuchte ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Eberhard Waffenschmidt, wie Photovoltaikanlagen und ein zentraler Quartierspeicher optimal zusammenwirken können. Ergebnis: Quartiersspeicher schonen Klima und Ressourcen und stärken die lokale Energieversorgung. Doch ausgerechnet während der Projektlaufzeit verschärfte sich die rechtliche Lage. Neue Urteile zur sogenannten „Kundenanlage“ (EuGH, November 2024; BGH, Mai 2025) setzen enge Grenzen: Sobald mehrere Gebäude über private Leitungen verbunden sind, gilt dies in der Regel als reguliertes Energieversorgungsnetz – mit entsprechenden Anforderungen und Kosten.
„Die Technik für die lokale Energiewende ist vorhanden – was fehlt, sind praktikable gesetzliche Rahmenbedingungen“, sagt Waffenschmidt. „Menschen müssen sauberen Strom vor Ort einfacher speichern und nutzen können.“
Klare Ergebnisse, politischer Handlungsbedarf
Trotz der regulatorischen Hürden liefert das Projekt konkrete Lösungen für die Praxis. Gemeinsam mit Partnern aus Energiewirtschaft und Recht wurden belastbare Grundlagen für Planung und Umsetzung entwickelt. Diese können helfen, Projekte wirtschaftlich tragfähig zu machen und den Planungsaufwand zu reduzieren. „Jetzt ist die Politik gefragt“, so Waffenschmidt. „Unsere Ergebnisse zeigen klar, was funktioniert. Der Gesetzgeber muss die Voraussetzungen schaffen, damit solche Modelle breit umgesetzt werden können.“
Starkes Netzwerk für die Energiewende vor Ort
An dem zweijährigen Vorhaben waren neben der TH Köln der Solarenergie-Förderverein Deutschland e. V., die Kanzlei GGSC, die Eikamp GbR sowie die Stadtwerke Solingen beteiligt. Gefördert wurde das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 120.000 Euro.
Die Erkenntnisse liegen nun vor – und könnten ein wichtiger Baustein für eine dezentrale, bürgernahe Energieversorgung sein, sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen nachziehen.
Quelle und Kontaktadresse:
Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V., Frère-Roger-Str. 8-10, 52062 Aachen, Telefon: 0241 51 16 16
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