Erneut 47.000 Metaller im Warnstreik / IG Metall nennt Angebot eine Provokation
(Frankfurt/Main) - Begleitend zu den laufenden Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg protestierten am heutigen Donnerstag (06. April) bundesweit rund 47 000 Metaller aus 227 Betrieben für ihre Tarifforderung (Stand 15 Uhr). Zu dem vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen vorgelegten Angebot sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall: Das ist kein Angebot, sondern eine Provokation. Wer die Menschen bei der aktuellen Gewinn- und Auftragssituation der Metall- und Elektroindustrie mit einer Erhöhung unterhalb der Inflation abspeisen wolle, trage nicht zur Lösung, sondern nur zur Verschärfung des Tarifkonflikts bei, betonte Peters.
Rund 12 400 Metaller aus 28 Betrieben folgten heute (06. April) in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen dem Aufruf der IG Metall. Beim Autobauer Opel in Rüsselsheim standen die Bänder mehrere Stunden still. Rund 6 000 Beschäftigte versammelten sich am Vormittag (06. April) zu einer Kundgebung und zogen anschließend durch die Rüsselsheimer Innenstadt. In Frankfurt demonstrierten etwa 400 Beschäftigte aus neun Betrieben vor dem Sitz des Arbeitgeberverbandes HessenMetall. Im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern versammelten sich 2 000 Metaller der Belegschaften von Opel, Opel-Powertrain und dem Gelenkwellenhersteller GKN zu einer Kundgebung. Weitere Aktionen gab es unter anderem in Ludwigshafen, Neuwied, Daun und Frankenthal. In Thüringen legten am Morgen (06. April) 80 Beschäftigte der Firma Trumpf Medizinsysteme die Arbeit kurzzeitig nieder.
Rund 11 300 Metaller aus 71 Betrieben beteiligten sich in Baden-Württemberg an den heutigen (06. April) Warnstreiks. Am Vormittag trafen 1 300 Beschäftigte der Firma John Deere in Mannheim zu einer Kundgebung zusammen. Beim Bietigheimer Aktionstag demonstrierten 15 Belegschaften mit 1 500 Beteiligten aus Bietigheim und Umgebung für ihre Forderung. Am Morgen traten rund 700 Metaller bei den Firmen Mahle, Binz und TRW Automotive in Lorch in den Warnstreik. Weitere Aktionen gab es unter anderem in Waiblingen, Schwäbisch Hall, Freudenstadt, Heidelberg, Giengen, Heidenheim und Bruchsal.
In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich rund 7 000 Metaller aus 79 Betrieben an Warnstreikaktionen. Zu Beginn der heutigen (06. April) Tarifverhandlungen demonstrierten 200 Metaller vor dem Verhandlungsort in Düsseldorf. Auszubildende verteilten dort Stücke einer riesigen Torte an alle Verhandlungsteilnehmer, verbunden mit der Aufforderung an die Arbeitgeber, ihre guten Erträge mit den Beschäftigten zu teilen. Die größten Warnstreiks gab es in Unna und benachbarten Orten, wo sich 4 500 Beschäftigte aus 40 Betrieben beteiligten. In Krefeld demonstrierten 250 Beschäftigte der Firma Preßwerk Krefeld vor dem Werkstor. Weitere Warnstreiks gab es in Gummersbach, Hamm, Leverkusen, Recklinghausen und Remscheid. In Hamm beteiligten sich Kolleginnen und Kollegen von ver.di, die sich am dortigen Oberlandesgericht im Streik befinden, an der Aktion.
In Bayern folgten am Vormittag rund 6 700 Metaller aus 22 Betrieben dem Aufruf der IG Metall. Bei EADS in Manching legten rund 650 Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Bei Linde in Rosenheim demonstrierten 350 Beschäftigte bei einem Warnstreik vor dem Bürogebäude. Größere Aktionen gab es bei der Maschinenfabrik Rheinhausen in Regensburg und in Haslbach mit insgesamt 450 Teilnehmern. Bei Osram in Eichstätt legten rund 400 Beschäftigte in drei Schichten die Arbeit nieder. Außerdem gab es Aktionen bei ArvinMeritor in Augsburg mit 300 Teilnehmern sowie bei der Firma Voith in Garching mit 230 Beteiligten. Weitere Aktionen finden am Nachmittag in Augsburg, Passau und Würzburg statt.
An der Küste traten knapp 6 000 Arbeitnehmer aus zehn Betrieben in den Ausstand. In Bremen beendeten 4 000 Beschäftigte von DaimlerChrysler ihren Arbeitstag frühzeitig. In Wolgast legten knapp 440 Beschäftigte die Peene-Werft für eine Stunde lahm. Die komplette Frühschicht (rund 300 Teilnehmer) von Mittal Steel in Hamburg legte für zwei Stunden die Arbeit nieder.
Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen legten rund 1 800 Metaller aus elf Betrieben die Arbeit kurzzeitig nieder. Mit rund 1500 Metaller beteiligten sich die Berliner Betriebe DaimlerChysler, Gillette Deutschland, Willy Vogel, Schindler Aufzüge, Schindler Shared Service, Hettich Umformtechnik, Geyer Umformtechnik Alcatel und Häfele mit einem Autokorso und Demonstrationen. In Ludwigsfelde gab es Warnstreiks bei der Firma MTU Maintenance (200) und dem Nockenwellenhersteller Mahle (80 Beteiligte).
Im Bezirk Niedersachen und Sachsen-Anhalt beteiligten sich rund 1200 Beschäftigte aus sechs Betrieben in Niedersachsen an befristeten Arbeitsniederlegungen. Beim Kupferhalbzeughersteller KM Europa Metal in Osnabrück legten alle 800 Beschäftigte der Frühschicht für zwei Stunden die Arbeit nieder. In Göttingen beteiligten sich 250 Beschäftigte des Biotechnologieunternehmens Sartorius an Warnstreiks.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- Betriebsratswahlen beginnen – „Team IG Metall“ macht sich für sichere und gute Arbeit stark
- Große Mehrheit stimmt zu: Unternehmen müssen lokale Wertschöpfung sichern und Arbeitsplätze in Europa schaffen
- Gerechtigkeit statt Spaltung / Gemeinsame Erklärung der Gewerkschaften zur Debatte um Wirtschaft und Sozialstaat
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

